KONSUMENT.AT - Strommessgeräte im Test - Funktionsweise, Sicherheitsmängel

Strommessgeräte im Test

Stromfressern auf der Spur

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Konsument 9/2009 veröffentlicht: 18.08.2009, aktualisiert: 10.09.2009

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Gravierende Sicherheitsmängel

Nur zwei der sechs getesteten Geräte können Stand-by-Leistungsaufnahmen unter drei Watt auch wirklich messen. Zwei Geräte mussten wegen gravierender Sicherheitsmängel mit „nicht zufriedenstellend“ bewertet werden. NZR No-Energy und das Conrad Basetech wurden im Testbetrieb unter der von der Prüfnorm geforderten Höchstlast so heiß, dass sich das Gehäuse verformen kann. Was bei Kurzzeitmessungen noch unbedenklich ist, kann bei Langzeitmessungen zu Überhitzung führen – gefährlich vor allem dann, wenn das Gerät etwa in einem Einbauschrank liegt, wo es zu einem Wärmestau kommen kann.

Professionelle Leistungsmessgeräte, die sowohl kleine Verbräuche unter einem Watt als auch große Leistungen bis zu 8 kW messen können, gibt es im Fachhandel ab etwa 250 Euro. Die Leistungsobergrenze bei den von uns getesteten Geräten liegt bei 3600 Watt. Wollen Sie nicht die Stand-by-Verluste feststellen, sondern den Verbrauch größerer Elektrogeräte, sollten sie bei unserer Testtabelle darauf achten, welches Gerät in welchem Leistungsbereich optimal misst.

Was die Geräte können

Und so funktioniert es: Das Messgerät wird zwischen Steckdose und Netzstecker des zu messenden Geräts gesteckt, dieses eingeschaltet. Es wird die Leistungsaufnahme in Watt angezeigt. Werden z.B. 500 W für einen Deckenfluter angezeigt und man hat diesen eine Stunde eingeschaltet, hat man 0,5 kWh elektrische Energie verbraucht. Was man noch alles erfährt, ist ebenfalls von Gerät zu Gerät verschieden: Gibt man den aktuellen Strompreis ein, rechnen alle Geräte den Energieverbrauch in die dafür anfallenden Kosten um. Nur das Westfalia kann automatisch zwischen Tag- und Nachttarif wechseln, einige Geräte können auch Kostenprognosen pro Tag, Woche, Monat oder Jahr erstellen (siehe Tabelle bzw. Herstellerangaben). Allerdings ist das Einstellen dieser Funktionen teilweise nicht einfach bzw. ohne Gebrauchsanweisung unmöglich.

Längere Messzeiten sinnvoll

Auch wenn man den Verbrauch und damit die Kosten der großen Stromfresser ermittelt, kann man böse Überraschungen erleben. Bei einem Kühlschrank ­sollte über 24 Stunden gemessen und ­dieser Wert mit 365 multipliziert werden (falls es das Messgerät nicht ohnehin automatisch macht). Bei Waschmaschinen oder Geschirrspülern wird ein kompletter Arbeitsgang gemessen und dieser mit den Waschgängen pro Jahr multipliziert. Das Er­staunen ist oft groß, wie viel vor allem Altgeräte an kostbarer Energie verbrauchen. Die Messergebnisse können auch bei der Entscheidung helfen, ob eine Neuanschaffung auf lange Sicht billiger kommt.

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