KONSUMENT.AT - Dropshipping: was ist das? - Online-Bestellungen aus China

Dropshipping: was ist das?

Vorsicht bei Wish, AliExpress etc.

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KONSUMENT 4/2021 veröffentlicht: 25.03.2021

Inhalt

Dropshipping ist eine Art des Online-Handels, bei der Onlinehändler Produkte im Shop anbieten, ohne sie überhaupt selbst auf Lager zu haben. Ein lukratives Geschäft auf Kosten der Konsumenten.

„60 % Rabatt“, „Nur noch wenige Stück verfügbar“. Sie geben eine Bestellung auf und denken, Sie hätten ein gutes Geschäft gemacht. Sie warten wochen- oder sogar monatelang auf Ihr Paket, bis Sie herausfinden, dass das Paket aus China oder einem anderen Nicht-EU-Land kommt.

Und womöglich mussten Sie Zoll oder Mehrwertsteuer nachzahlen. Und das alles, obwohl Sie doch in einem österreichischen Onlineshop bestellt haben? Dann haben Sie es wahrscheinlich mit Dropshipping zu tun – und außerdem zu viel für Ihr Produkt bezahlt. Beim Nachforschen erkennt man, dass dasselbe Produkt anderswo für deutlich weniger Geld zu haben wäre.

Wie funktioniert Dropshipping?

Dropshipper tun oft nichts anderes, als im Namen der Kunden bei Online-Marktplätzen wie etwa AliExpress, Wish oder Alibaba zu bestellen – und schlagen ihre Marge drauf. Das ist kein Betrug, aber es fühlt sich manchmal so an. Das Fehlen eigener Lager- und Verkaufsräume und die Lieferung direkt aus der Fabrik werden von Dropshippern gern als Preisvorteil beworben. In Wahrheit steht der Betreiber eines Dropshipping-Onlineshops mit der Fabrik aber gar nicht in Kontakt; auch dann nicht, wenn nicht einfach nur AliExpress-B? Dropshipping ist eine Art des Online-Handels, bei der Onlinehändler Produkte in seinem Shop anbieten, ohne sie überhaupt selbst auf Lager zu haben. Ein lukratives Geschäft auf Kosten der Konsumentenestellungen weitergeleitet werden.

Das Unternehmen im Hintergrund, wie z.B. Shopify, hat dem Onlineshop-Betreiber die technische und logistische Abwicklung vermietet. So werden Bestellungen in der Regel an einen dritten Vermittler in Fernost weitergeleitet, der wiederum bei lokalen Herstellern Großmengen einkauft und dann Container in den Westen versendet. Gefälschte oder minderwertige Produkte sind somit keine Seltenheit.

Unzahl von identen Start-ups

Derzeit sprießt eine Unzahl von fast identen Start-ups aus dem Boden, die Dropshipping-Konzepte an Anfänger weiterverkaufen. Geworben wird mit tollen Erfolgsgeschichten von Anfängern und keinen oder geringen Gebühren – wie etwa 30 Dollar monatlich beim Marktführer Shopify, der mittlerweile für eine Million Dropshipper vermittelt. So ein Nebenerwerb soll durch einige Stunden Arbeit pro Woche ein lukratives Nebeneinkommen bescheren.

Kundenzufriedenheit? Fehlanzeige!

Tatsache ist, dass Betreiber eines solchen Onlineshops also weder Einfluss auf ihr gemietetes Geschäftskonzept noch auf die Beschaffenheit der Ware haben – und in der Regel auch keine Praxiserfahrung im Handel. Von einem funktionierenden Kundenservice ist hier nicht auszugehen. Die Produkte stammen zum Großteil aus China. Allfällige Verbraucherforderungen verlieren sich in mehreren Ebenen beteiligter Zwischenhändler und in der Unerreichbarkeit der Hersteller außerhalb der EU.

Weitere Informationen und Hilfestellung finden Sie unter Europakonsument: Dropshipping - Was ist das? .

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Wertung: 5 von 5 Sternen
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Kommentare

  • dropshipping auch auf amazon
    von DorisG am 30.04.2021 um 20:59
    leider - man muss schon sehr genau nachsehen, damit man auf den händler - und dessen unterhändler - kommt und erkennen kann, dass die ware aus china stammt. ich empfehle direkt bei aliexpress nach dem gewünschten teil zu suchen, meist ist es - versandkostenfrei - um einen bruchteil des verlangten preises bei amazon direkt beim chinesischen händler zu bekommen, meist haben den gleichen artikel sogar mehrere.

    ist eine reine übungssache, wenn man genügend geduld hat zu warten dann spart man eine menge. ein monat oder mehr ist allerdings wartezeit. kehrseite: wenn der artikel nicht in ordnung ist, foto machen, einen disput eröffnen und der betrag wird in 90% der fälle refundiert.

    ich muss allerdings dazusagen dass ich meist nicht mehr als 20 euro für einen wunschartikel ausgebe, teurere dinge wären mir zu riskant bei aliexpress zu ordern ....
  • Dropshipments gibt es nicht nur auch China etc.
    von Limaks am 22.04.2021 um 08:06
    Einige Händler bzw. Hersteller bieten auch diese Möglichkeiten, so werden z.B. von AEG und anderen namhaften Herstellern Geräte die man beim Händler bestellt direkt vom Importeur/Großhändler an die Endkunden geschickt.

    Das Problem dabei, es können mit unter bei einer Bestellung etliche Paketlieferungen entstehen. Wenn man dann über eine Nachsendefirma in der Annahme ein Paket zu erhalten vermeidlich günstig in Deutschland bestellt, fallen unerwartet hohe Kosten an.
  • AW: Erkennbare Merkmale
    von REDAKTION am 20.04.2021 um 12:27
    Aufmerksam sollten Sie werden bei
    • unklaren oder langen Lieferzeiten
    • Angabe einer Privatadresse
    • keinen Original-Produktbildern
    • sprachlichen Fehlern
    Meist ist es schon zu spät, wenn: diese häufig unerreichbar sind bzw. auf Beschwerden nicht antworten.
    Weitere Informationen im Link am Ende obigen Artikels: Dropshipping - Was ist das?

    Ihr KONSUMENT-Team
  • Erkennbare Merkmale ?
    von Dunkelsteinerwald am 20.04.2021 um 11:35
    Woran kann ich erkennen, dass es sich um einen Dropshipper handelt und nicht um einen echten Händler, der die Ware selbst auf Lager hat ?
  • Viel Werbung dafür soll junge Kunden ködern
    von 0809brigitte am 19.04.2021 um 18:14
    Mir ist aufgefallen, dass auf Instagram ein knapp 18-jähriger aggressiv für sein "Dropshipping"-Imperium wirbt, vorzeigt, wie er seine Gewinne in wenigen Tagen "hochskaliert" (d.h. massiv vergrößert, indem er die Absatzmenge sehr stark steigert). Das Ganze will er - schon jetzt als "einer der erfolgreichsten Dropshipping-Selfmade-Men" beworben - durch Kurse unter das ehrgeizige junge Publikum bringen. Das Werbevideo ist garniert mit immer neuen superteuren Autos, Uhren der Luxusklasse und einem gerade-nicht-mehr-Jugendlichen, der den Blick vom gläsernen Balkon eines (Dubaier?) Wolkenkratzers über die Häuserschluchten einer Großstadt schweifen lässt.

    Wundert mich nicht, dass einerseits die Shops nur so aus dem Boden sprießen, und andererseits weitere Jugendliche und junge Erwachsene zum Kauf bei solchen meist sehr modern anmutenden Shops verleitet werden. Ich bezweifle, ob das schnelle Geld auch in jedem Fall gutes Geld ist und das Konzept Bestand hat...