KONSUMENT.AT - Einlagensicherung neu - Nationale Unterschiede, Großinsolvenzen

Einlagensicherung neu

Banken in der Verantwortung

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KONSUMENT 2/2016 veröffentlicht: 28.01.2016, aktualisiert: 25.02.2016

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Nationale Unterschiede

Nun müssen sich die Geldtöpfe der bankenübergreifenden Sicherungseinrichtungen erst allmählich füllen. Bis 2024 sollen 0,8 Prozent der gedeckten Einlagen in den Sicherungsfonds eingezahlt werden; bei riskanter agierenden Banken können die vorgeschriebenen Beiträge auch höher ausfallen. Bislang sind die Unterschiede in der nationalen Umsetzung und der Qualität der bestehenden Einlagensicherung noch groß.

In manchen Ländern wird erst jetzt mit dem Aufbau begonnen. Wer sein Geld bei einem Institut im EU-Ausland anlegen will, sollte sich daher genau ansehen, ob und inwieweit die Sicherungseinrichtungen des jeweiligen Landes im Ernstfall schon leistungsfähig wären und ob die paar Promille mehr Rendite das höhere Risiko rechtfertigen.

Großinsolvenzen

Ob das System selbst in "sicheren" Ländern wie Österreich und Deutschland im Fall einer Großinsolvenz wirklich tragfähig wäre, kann niemand mit absoluter Sicherheit garantieren. Zielvorgabe der EU ist es, dass die Sicherungstöpfe der Banken, Raiffeisenkassen oder Sparkassen jeweils 0,8 Prozent der damit gedeckten Einlagen enthalten. Das würde – durchschnittlich gerechnet – die Einlagen von rund 130.000 Kunden absichern.

Sonderbeiträge

Sollte das nicht ausreichen, können von den Mitgliedsinstituten Sonderbeiträge in Höhe von 0,5 Prozent pro Kalenderjahr bzw. mit Zustimmung der FMA auch höhere Sonderbeiträge eingehoben werden. Im nächsten Schritt könnte auch in die Sicherungstöpfe der anderen Geldinstitute gegriffen werden, und schließlich könnten betroffene Sicherungseinrichtungen Kredite aufnehmen, um die garantierten Gelder auszahlen zu können – möglicherweise wiederum mit einer Ausfallshaftung des Staates.

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Kommentare

  • Einlagensicherung
    von rschmalhofer am 28.01.2016 um 21:42
    Derzeit ist es bei einzelnen Instituten, die in Schwierigkeiten sind, wahrscheinlich dass die Einlagensicherung funktioniert, aber was ist bei Wirtschaftskrisen? In diesen Fällen wird es kein Halten mehr geben. Denn die Sicherung ist nur so stark wie die Banken und der Staat. Die Leute wollen dann Alle schnellstens ihr Erspartes haben. "aus verständlichen Gründen" wird in diesem Beitrag darauf nicht eingegangen. China, Pandemie, Flüchtlingskriesen, Terror, Klimaaenderung...... Es geht noch billiger auf Kosten Anderer. Unbegrenztes Wachstum? Schöne Aussichten!!!