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Farbstoffe in Lebensmitteln: Sudanrot

Keine Alarmstufe Rot

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Konsument 1/2010 veröffentlicht: 03.12.2009

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Verbotenes Sudanrot

Anders als Tartrazin, Azorubin oder Brillantschwarz, die Süßwaren und Getränken ein knallbuntes Aussehen verleihen, ist ­Sudanrot zum Färben von Lebensmitteln in der EU verboten. Der Grund: Es kann im Körper in sogenannte Amine aufgespalten werden, von denen einige ziemlich sicher krebserregend sind. Aufgrund ihres Wirkmechanismus lässt sich für sie keine Dosis bestimmen, ab der die krebserregende Wirkung eintritt (Schwellenwert), und ­damit auch keine duldbare tägliche Aufnahme (TDI – tolerable daily intake) fest­legen. Selbst wenn nur gelegentlich Lebensmittel verzehrt werden, die bloß gering mit diesem Farbstoff belastet sind, ist das ­Risiko einer Krebserkrankung nicht auszuschließen.

Beschlagnahmt!

Obwohl Sudanrot also gefährlich ist und daher in Lebensmitteln nichts verloren hat, wurden die Lebensmittelprüfer in den letzten Jahren immer wieder fündig. In Österreich zog das Gesundheitsministerium ­zuletzt 2003 eine Chilisauce und ein Sugo arrabiata aus dem Verkehr. Höchste Zeit, hierzulande angebotene Produkte einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Wir kauften 43 Erzeugnisse ein, die meisten in Exotik- bzw. Spezialgeschäften, aber auch in Supermärkten, Bioläden und auf dem Wiener Naschmarkt. Die größte Gruppe waren Chilisaucen bzw. Chilipasten, dazu Chili gemahlen, geschrotet oder in Flocken. Außerdem Kurkuma, Paprika, Palmöl und Gewürzmischungen aller Art von Curry über Shichimi bis zu Ras el-Hanout. Im ­Kasten „Scharfe Sachen“ finden Sie, was genau sich hinter den exotischen Bezeichnungen verbirgt.

Nicht nur Chili

Bevor wir die einzelnen Produkte im Labor auf Sudanrot untersuchen ließen, warfen wir noch einen kritischen Blick auf die ­Zutatenlisten. Und stellten erstaunt fest: Keine einzige unserer eingekauften Chili­saucen bzw. -pasten kommt ohne Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Säureregulatoren oder Verdickungsmittel aus. Fünf setzen zudem auf Geschmacksverstärker.

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