KONSUMENT.AT - Fischsalate - Was ist los bei Merkur?

Fischsalate

Keine Fastenspeise

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Konsument 3/2009 veröffentlicht: 26.02.2009

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Auch das Produkt mit der zweitschlechtesten Bewertung erstanden wir in derselben Merkur-Filiale. Der offen angebotene Sylter Heringssalat schmeckte zwar noch unauffällig, doch die bakteriologische Prüfung ergab u.a. große Mengen an Hefen. Das lässt darauf schließen, dass es irgendwo in der Verarbeitungskette zwischen Fischerboot und Feinkosttheke Hygienemängel gab. Die Wahrscheinlichkeit, dass er nach einem Tag im Kühlschrank bereits mikrobiologisch verdorben gewesen wäre, ist laut Gutachter des Prüflabors hoch.

 An letzterem Beispiel zeigt sich deutlich, dass es gerade bei Feinkostsalaten besonders wichtig ist, die Produkte rasch zu verzehren und darauf zu achten, dass sie durchgehend gut gekühlt sind. Zu jeder Jahreszeit, vor allem aber im Sommer, sollte man sie unbedingt in der Kühltasche nach Hause transportieren. Bei der Produktdeklaration sind leider noch immer nicht alle Betriebe sattelfest. Beanstandungen gab es bei fast jedem zweiten Salat. Die Verstöße waren aus Konsumentensicht zwar nicht gravierend, die Deklaration entsprach aber trotzdem nicht den Vorschriften.

Viel Salz, noch mehr Fett

Natürlich interessierte uns auch der Fett und der Salzgehalt der Heringsalate. Das floss zwar nicht in die Testergebnisse ein, ist für ernährungsbewusste Genießer aber keineswegs unwesentlich. Leider mussten wir feststellen: Fast alle Produkte weisen beim Fett hohe Werte auf. Am wenigsten üppig ist der Sylter Heringssalat von Nordsee und der Sylter Heringssalat von Merkur. Aber auch fett ist nicht gleich fett, denn selbst dort, wo die Ampel auf Rot steht, sind die Unterschiede erstaunlich: Am magersten von allen fetten Produkten ist Ozean mit 21,6 Gramm Fett pro Portion (150 Gramm), echt fett dagegen Sealuxe Sahne Heringsfilets mit 45,3 Gramm Fett, also mehr als dem Doppelten. Ziemlich üppig auch die Vitakrone Sahne Heringe mit 38,3 Gramm Fett pro Portion.

Besser haben die Produkte beim Salzgehalt abgeschnitten. Am wenigsten Salz findet sich im Heringsalat nach Art des Hauses von Meinl (1,8 Gramm Salz pro Portion), dicht gefolgt von Nordsee und Almare (2,0 bzw. 2,1 Gramm Salz). Reichlich versalzen dagegen Wojnar leicht & lecker, Friesenkrone und Delikatessa (alle 3 Gramm Salz pro 150 Gramm). Als ärgerlich empfanden wir, dass die offenen Salate, deren Zusammensetzung für den Konsumenten mangels Produktdeklaration nicht leicht ersichtlich ist, fast alle Spuren von Konservierungsmitteln enthielten. Wer meint, dass frisch von der Theke ohne Konservierungsmittel heißt, irrt leider.

Der Fisch macht den Preis

Auffallend auch die Preisunterschiede. Generell sind die Heringsalate aus der Feinkost mit Preisen von durchschnittlich 1,5 Euro pro 100 Gramm mehr als doppelt so teuer wie jene aus der Kühlvitrine – die kosten durchschnittlich 0,7 Euro pro 100 Gramm. Eine Erklärung für die Spanne ist, dass der Fischanteil bei den verpackten Produkten nur 33 bis 40 Prozent beträgt, bei den offenen jedoch 40 bis 60 Prozent. Und Fisch ist nun einmal teuer. Das billigste Produkt ist jedenfalls auch einer unserer Testsieger mit 100 Punkten, Sealuxe Sahne Heringsfilets von Zielpunkt (0,37 Euro pro 100 Gramm), knapp gefolgt von Vitakrone von Lidl (0,42 Euro pro 100 Gramm). Das teuerste Produkt im Test erreichte ebenfalls 100 Punkte und schaffte sowohl beim Fett als auch beim Salz eine gelbe Ampel: der Sylter Heringssalat von Nordsee (1,89 Euro pro 100 Gramm).

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