KONSUMENT.AT - Grüner Veltliner - Guter Jahrgang 2009

Grüner Veltliner

Ein guter Tropfen

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Konsument 7/2010 veröffentlicht: 24.06.2010

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Dass 2009 kein schlechter Jahrgang ist, zeigt auch unser Test. Von den 28 eingekauften Grünen Veltlinern schafften immerhin 20 ein gutes Ergebnis. Bei unserer letzten ­Untersuchung (Konsument 5/1993) konnte nur die Hälfte der untersuchten Weine überzeugen. Erstanden haben wir unsere Bouteillen überwiegend in Supermärkten. Feine Weine und Supermarkt – ist das nicht ein Widerspruch? Nein, ist es nicht.

In den vergangenen Jahren haben sich die Strukturen des heimischen Weinbaus grund­legend geändert. Die Zahl der Betriebe, vor allem der kleinen, geht zurück. Bereits bestehende größere Unternehmen bauen aus und bewirtschaften immer ausgedehntere Flächen. Für den Lebensmitteleinzel­handel bedeutet das ausreichend große Liefermengen und eine konstante Qualität.

Vom Regal zur Vinothek

Entsprechend umfangreich und gut sortiert sind die Weinabteilungen der Lebensmittelketten. Das meiste, was in den Regalen steht, kommt aus Österreich. Die Nase vorn hat natürlich der Weißwein, der mehr als die Hälfte des Angebots ausmacht. In größeren Filialen geht die Entwicklung häufig in Richtung Vinothek. Dort finden sich dann auch Weine bekannter Winzer zu Preisen von 6,99 Euro aufwärts, und zwar nicht beschränkt auf einzelne Flaschen, sondern in erstaunlich großen Mengen.

Unser Testfeld bildet diese Entwicklung ab. Analog zum gängigen Angebot ist ein gefeierter Winzer wie Fred Loimer aus Langenlois ebenso vertreten wie der erst 30-jährige Shootingstar Markus Huber aus dem Traisental oder Roman Pfaffl aus Stetten im Weinviertel, einer der Pioniere des Weinviertel DAC (siehe "Herkunft statt Sorte"). Ihnen gegenüber stehen Platz­hirsche wie Lenz Moser, Winzer Krems oder die Domäne Wachau. In diesen Unternehmen wird nicht in Tausenden, sondern in Millionen von Flaschen geplant und gerechnet. Sie verkaufen den weitaus größten Teil ihrer überwiegend preiswerten Weine über den Einzelhandel.

Ob vom Parade-Winzer oder vom Groß­abfüller: Alle unsere untersuchten Weine tragen die Bezeichnung "Qualitätswein". Dieser Begriff ist im österreichischen Weingesetz klar definiert. Man versteht darunter einen Wein,

  • der ausschließlich aus Trauben einer zugelassenen Rebsorte besteht, die in einem einzigen Weinbaugebiet geerntet wurden;
  • der aus Trauben gekeltert ist, die ein Mostgewicht von mindestens 15 Grad KMW (Klosterneuburger Mostwaage – ein Maß für den Zuckergehalt des Traubensaftes) aufweisen;
  • dessen Alkoholgehalt mindesten 9,0 Vol.-% (Volumsprozent) beträgt und
  • der in Aussehen, Geruch und Geschmack frei von Fehlern ist.

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Kommentare

  • AW: GrüVe/ Weingut Bannert
    von REDAKTION am 18.08.2010 um 15:45

    Bei der Kennzeichnung wurde bemangelt, dass die Auszeichnung "Ried Satz" im Rahmen des Staatl. Prüf-Nr.-Verfahrens nicht beantragt worden ist. "Aroma etwas Muskateller dazu verschnitten?" wurde bei der Expertenverkostung von einem einzelnen Verkoster angemerkt dem Geschmacksbild eines DAC Veltliner wird trotzdem entsprochen.

    Ihr Konsument-Team 

  • GrüVe/ Weingut Bannert
    von bertlka am 07.08.2010 um 23:10
    -Welcher Mangel besteht bei der Kennzeichnung des Bannert Veltliners( und damit der Zurückreihung )? -Sehr irritierend die Fußnote bzgl. des Muskatelleraromas und damit Andeutung eines Verschnittes, darf das noch ein DAC-Veltliner sein oder ist das eine Einzelmeinung eines Testers? Robert K.
  • Steirischer GrüVe?
    von rmueller am 03.07.2010 um 19:36
    Als Steirer behaupte ich, dass nur u n s e r Welschriesling der e c h t e ist, genau so überzeugt bin ich, dass der echte Grüne Veltliner nur aus NÖ kommen kann und so soll es auch bleiben! Robert
  • Warum Veltliner ohne Steirer?
    von REDAKTION am 28.06.2010 um 13:14
    Grüner Veltliner bzw. Weißgipfler aus der Steiermark hat in den Supermärkten leider nicht die Bedeutung wie andere Regionen. Diese Sorte wurde 2008 (Quelle: www.weinausoesterreich.at) in der Steiermark gerade einmal auf 3 ha angebaut. Im Vergleich dazu wächst Grüner Veltliner in Niederösterreich auf 14.861 ha, im Burgenland auf 2.340 ha und in Wien immerhin noch auf 206 ha. Aus den genannten Gründen haben wir daher Grünen Veltliner aus der Steiermark aus unserem Testfeld ausgeschieden.
  • Veltliner - ohne Steirer !
    von rugam am 24.06.2010 um 15:20
    Grüner Veltliner Synonyme: Weißgipfler Ich weiß, dass die Zentren des Grünen Veltliner im Weinviertel, Kamptal, Kremstal, Donauland, Wachau sind. Trotzdem hätte bei 25 Weinen einer aus der Steiermark (z.B. POLZ) mitgetestet werden müssen.