KONSUMENT.AT - Grüner Veltliner - Fruchtbetont, pfeffrige Würze

Grüner Veltliner

Ein guter Tropfen

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Konsument 7/2010 veröffentlicht: 24.06.2010

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Ein Qualitätswein muss außerdem die seiner Bezeichnung entsprechende typische Eigenart aufweisen, in unserem Fall also nicht nur Grüner Veltliner heißen, sondern auch nach Grünem Veltliner schmecken: fruchtbetont, mit pfeffriger Würze und ­nahezu immer trocken, also kaum süß.

Kontroll- und Qualitätssicherung

Ein aufwendiges staatliches Kontroll- und Qualitätssicherungsverfahren sorgt dafür, dass diese vielen Bestimmungen auch ­eingehalten werden. Eine Prüfnummer am Flaschenetikett dokumentiert, dass die ­vorgeschriebene weinchemische Analyse und die Beurteilung durch ein geschultes Verkostergremium stattgefunden haben. Die rotweißrote Banderole zeigt, dass der Wein in Österreich erzeugt und abgefüllt wurde.

Dieser Aufwand kommt nicht von ungefähr. Genau 25 Jahre ist es her, dass der Glykol­skandal Österreich erschütterte. Nach einer offiziellen Warnung des deutschen Bundesgesundheitsministeriums vor österrei­chischem Wein flog auf, dass heimische Winzer ihre "Heckenklescher" jahrelang mit Frostschutzmittel zu Prä­dikatsweinen aufgezuckert und um gutes Geld verkauft ­hatten. Die Folgen waren dramatisch, der Schaden ging in die Millionen Euro.

Die größte Krise der österreichischen Weinwirtschaft wurde gleichzeitig zu ihrer größten Chance. Das Mitte der 80er-Jahre nur schwach entwickelte Qualitätsbewusstsein nahm mit staatlicher Unterstützung einen radikalen Aufschwung. Etwa zwei Drittel der österreichischen Gesamtproduk­tion entfallen heute auf Qualitätswein.

Qualität auf allen Ebenen

Dass Qualität nicht nur am Etikett draufsteht, sondern tatsächlich auch in der Flasche drin ist, war ein weiteres erfreuliches Ergebnis unseres Tests. Die genaue chemische Analyse ergab, dass alle unsere eingekauften Weine was die Zusammensetzung betrifft tadellos waren. Noch beruhigender die Feststellung, dass das, was zur staat­lichen Prüfung von den Winzern eingereicht wird, nach Abschluss des Verfahrens auch in die Bouteillen kommt.

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Kommentare

  • AW: GrüVe/ Weingut Bannert
    von REDAKTION am 18.08.2010 um 15:45

    Bei der Kennzeichnung wurde bemangelt, dass die Auszeichnung "Ried Satz" im Rahmen des Staatl. Prüf-Nr.-Verfahrens nicht beantragt worden ist. "Aroma etwas Muskateller dazu verschnitten?" wurde bei der Expertenverkostung von einem einzelnen Verkoster angemerkt dem Geschmacksbild eines DAC Veltliner wird trotzdem entsprochen.

    Ihr Konsument-Team 

  • GrüVe/ Weingut Bannert
    von bertlka am 07.08.2010 um 23:10
    -Welcher Mangel besteht bei der Kennzeichnung des Bannert Veltliners( und damit der Zurückreihung )? -Sehr irritierend die Fußnote bzgl. des Muskatelleraromas und damit Andeutung eines Verschnittes, darf das noch ein DAC-Veltliner sein oder ist das eine Einzelmeinung eines Testers? Robert K.
  • Steirischer GrüVe?
    von rmueller am 03.07.2010 um 19:36
    Als Steirer behaupte ich, dass nur u n s e r Welschriesling der e c h t e ist, genau so überzeugt bin ich, dass der echte Grüne Veltliner nur aus NÖ kommen kann und so soll es auch bleiben! Robert
  • Warum Veltliner ohne Steirer?
    von REDAKTION am 28.06.2010 um 13:14
    Grüner Veltliner bzw. Weißgipfler aus der Steiermark hat in den Supermärkten leider nicht die Bedeutung wie andere Regionen. Diese Sorte wurde 2008 (Quelle: www.weinausoesterreich.at) in der Steiermark gerade einmal auf 3 ha angebaut. Im Vergleich dazu wächst Grüner Veltliner in Niederösterreich auf 14.861 ha, im Burgenland auf 2.340 ha und in Wien immerhin noch auf 206 ha. Aus den genannten Gründen haben wir daher Grünen Veltliner aus der Steiermark aus unserem Testfeld ausgeschieden.
  • Veltliner - ohne Steirer !
    von rugam am 24.06.2010 um 15:20
    Grüner Veltliner Synonyme: Weißgipfler Ich weiß, dass die Zentren des Grünen Veltliner im Weinviertel, Kamptal, Kremstal, Donauland, Wachau sind. Trotzdem hätte bei 25 Weinen einer aus der Steiermark (z.B. POLZ) mitgetestet werden müssen.