KONSUMENT.AT - Hühner Nuggets - Herkunft und Herstellung

Hühner Nuggets

Da lacht kein Huhn

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KONSUMENT 9/2011 veröffentlicht: 25.07.2011

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Herkunft der Hühner

Dass Hühner Nuggets kein Diätessen sind, hatten wir erwartet. Sprachlos waren wir allerdings, als wir erfuhren, woher die dafür verwendeten Hühner stammen. Auf den Verpackungen ist dazu nichts vermerkt, also fragten wir direkt bei den Produzenten nach, die dankenswerterweise alle antworteten.

13,1 Kilogramm Huhn verspeiste 2009 jeder Österreicher. Der Selbstversorgungs­grad liegt bei 91 Prozent. Und woher kommt der Rohstoff für unsere getesteten Hühner Nuggets? Auf jeden Fall nicht aus Österreich, denn im Inland lassen sich die benötigten Mengen zu einem wettbewerbsfähigen Preis nicht auftreiben, so die heimischen Verarbeiter.

Aus fernen Ländern

Also muss aus dem Ausland eingeführt werden, etwa aus Deutschland, Slowenien und Frankreich. Glenfell und Iglo importieren ihr Federvieh aus Brasilien, ja wirklich, und Gourmet Gold sowie Clever karren es aus der EU und Südamerika an – eine noch ungenauere Angabe geht wohl nicht.

Die Herstellung der Hühner Nuggets erfolgt dann überwiegend in Deutschland. Auch die Chicken McNuggets von McDonald’s werden in unserem Nachbarland gefertigt. Iglo lässt in Großbritannien arbeiten, Spar immerhin in Österreich. Wer statt eines weit gereisten Huhns Nuggets aus einem österreichischen Mastbetrieb möchte, kann sie sich daher nur selber machen.

Von gut bis grauenhaft

Apropos selber machen: Natürlich ließen wir alle unsere Einkäufe von Testern erst zubereiten und anschließend verkosten. Es gab den üblichen Ärger mit winzig klein gedruckten Anleitungen, die kaum zu entziffern waren.

Immerhin: Mit der eigentlichen Zubereitung hatte kaum jemand Mühe. Beim Geschmack schieden sich allerdings die Geister und wie: Die einen liebten das Produkt, die anderen hassten es von Herzen. „Schmeckt säuerlich und ist wässrig, die Panier ist dick und geschmacklos“, trugen die einen erbost ins Testprotokoll ein, während die anderen begeistert vermerkten: „Fleisch schmeckt sehr gut, so sollten Nuggets sein!“ Beschrieben wurde so ein und dasselbe Produkt, nämlich unser Testsieger von Gourmet Gold, den es bei Penny zu kaufen gibt.

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Kommentare

  • Panierte Gummibärchen
    von NETclub50plus am 21.09.2011 um 16:10
    Die unterschiedlichen Geschmacksurteile der Tester sind wahrlich bemerkenswert. Insofern wäre es interessant zu wissen, wer von diesen bereits einer "McDonald s"-geschädigten Generation angehört und wer nicht, bzw. wie sie dessen Produkte im Geschmacksvergleich zu den getesteten beurteilen. Kernsatz des Artikels für mich: "Wer bei diesen Nuggets zugreift, verspeist … „reichlich brätartig schaumige, stärkehaltige Masse mit Muskelfasern, gewachsene Skelettmuskulatur, Bindegewebe, Gewürzteile“ und manchmal auch „Geflügelhaut“." In jedem Wirtshaus würde man das angeekelt stehen lassen, daheim schon gar nicht auf den Tisch bringen wollen – wüsste man, was man da auf dem Teller hat. Auch wenn es vom Lebensmittelrecht her offenbar okay ist (dort darf ja auch Fruchtsaft, der mit bis zu 50 Prozent mit Wasser verdünnt ist, hochtrabend als "Nektar" bezeichnet werden) - mich erinnert die Bestimmung doch recht intensiv an die einschlägigen Bestimmungen für Tiernahrung in die darf neben den namensgebenden Bestandteilen (meist nur in Mini-Quantitäten vorhanden) auch so gut wie alles reinkommen, was man lieber gar nicht wissen möchte.