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Saures für Naschkatzen

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Konsument 6/2000 veröffentlicht: 01.08.2002

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Zuckerersatz

Wenn Zucker verpönt ist, süßer Genuss aber trotzdem sein muss, dann ist Ersatz gefragt. Natürlicher Zuckerersatz wie Trauben- oder Milchzucker, Honig, Sirup, haben Nachteile: Sie sind weniger süß, sind teurer, haben einen anderen Geschmack und den selben Energiegehalt wie Zucker. Auch die Kariesgefährdung ist vergleichbar. Aber die Zuckeraustauschstoffe sind kein vollwertiger Ersatz: Sie enthalten zwar weniger Kalorien als Zucker, aber so groß ist der Unterschied auch wieder nicht. Wer dick ist, wird durch den Verzehr von Zuckeraustauschstoffen kaum schlanker.

Zu viel geht in die Hose

„Zuckerfreie“ Süßigkeiten können noch einen anderen Effekt haben: Wer zu viel konsumiert, kann Durchfall bekommen. Vor allem bei kleinen Kindern gehen möglicherweise schon wenige „zuckerfreie“ Bonbons in die Hose. Light-Getränke (sie enthalten Süßstoffe) sind für Kinder generell nicht geeignet. Und was das für den Organismus eines Kindes bedeutet, wenn es mehrere zuckerfreie Bonbons, Kaugummis und Light-Getränke auf einmal konsumiert, ist nicht erforscht.

Zucker mit Maß und Ziel

Süßstoffe (Saccharin, Cyclamat, Aspartam, Acesulfam…) haben vordergründig mehr Vorteile. Sie beeinflussen nicht den Blutzuckerspiegel (Diabetiker), sie sind kalorienarm, und sie verursachen keine Karies. Der Nachteil: Ihr Geschmack reicht nicht an den von Zucker heran, und sie haben wenig Fülle. – Unser Tipp: Essen soll Freude machen, also bleiben Sie beim Zucker, aber verwenden ihn mit Maß und Ziel.

Mangel macht attraktiv

Was tun, wenn Kinder Sie ständig mit dem Wunsch nach Naschereien sekkieren? Sie können dem Kind radikal die Naschereien streichen; es wird nicht viel nützen: Nach der erzwungenen Abstinenz, das haben wissenschaftliche Untersuchungen untermauert, wird es sich nur noch mehr voll stopfen – sei es zu Hause, sei es bei Freunden. Außerdem treten immer Onkel, Tanten und wohlmeinende Nachbarn auf den Plan, die jeden Boykott liebend gern umgehen. Geben Sie dem Kind nötigenfalls eine bestimmte Menge an Süßigkeiten quasi zur Selbstverwaltung (nicht mehr als ein paar Zuckerln oder einen Schokoriegel pro Tag für ein Kindergartenkind). Es soll selbst entscheiden, wann es wie viel isst. Größere Kinder in den ersten Jahren der Volksschule können sich den Süßigkeitenkonsum für etwa eine Woche selbstständig einteilen, kleine entsprechend kürzer. Wenn ein Kind selbst entscheidet, wann es Süßigkeiten konsumiert, muss es nicht um jeden Fruchtgummi betteln und die Süßigkeit wird weniger attraktiv. Beim Süßigkeitenkonsum gilt generell: Kinder, denen viele verschiedene Lebensmittel in leicht konsumierbarer Form angeboten werden, ernähren sich weitgehend richtig und naschen nicht unmäßig. Ein vielfältiges Angebot, mundgerechte Happen, geschältes und portioniertes Obst…bedeutet freilich Zusatzarbeit.

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