KONSUMENT.AT - Pestizide in Erdbeeren - Reaktionen

Pestizide in Erdbeeren

Feine Früchtchen

Seite 11 von 11

Konsument 5/2010 veröffentlicht: 12.04.2010

Inhalt

Reaktionen

Anbieter von Produkten mit einem negativen Testergebnis – Pestizidbelastung „sehr hoch“ – bekommen hier Gelegenheit, eine Stellungnahme abzugeben.  (Anders als in der Druckversion von „Konsument“ finden Sie hier die uns übermittelten Stellungnahmen in voller Länge, was im Einzelfall auf Kosten von Lesbarkeit und Verständlichkeit gehen kann.)

Zielpunkt
Betroffen vom negativen Testergebnis war die Zielpunkt-Filiale Sechshauserstraße 48, 1150 Wien.

„Als Reaktion auf die am 11.02.2010 vom VKI gezogene Probe von Erdbeeren, darunter auch Erdbeeren der Herstellerfirma Felgar – die hinsichtlich Qualität sowie Gehalt an bestimmten Schadstoffen bewertet wurden – möchte Zielpunkt wie folgt Stellung nehmen:

Hersteller sofort bis auf weiteres gesperrt

Als Erstmaßnahme wurde der Hersteller der beanstandeten Ware sofort von Zielpunkt bis auf weiteres gesperrt. Alle Lieferanten, die Zielpunkt mit Obst und Gemüse beliefern, müssen ihre Ware regelmäßig von unabhängigen Labors überprüfen lassen und die Testergebnisse an Zielpunkt übermitteln. Darüber hinaus zieht Zielpunkt selbst auch Proben des Obst- und Gemüsesortiments. Rückhalteproben des beanstandeten Herstellers wurden vom Lieferanten selbst am 8.2., 8.3. und 15.3. gezogen und analysiert: Diese Chargen waren nicht kontaminiert und einwandfrei. Dennoch: „Der Hersteller ist und bleibt bis auf weiteres gesperrt. Die Einhaltung von Gesetzen und höchstzulässigen Obergrenzen ist für uns oberstes Gebot“, kommentiert Mag. Jörg Grossauer, Mitglied der Geschäftsführung und verantwortlich für die Bereiche Einkauf und Marketing, die Ereignisse. 

Die vom VKI getesteten, bei Zielpunkt vertriebenen Erdbeeren konnten lückenlos bis zum Hersteller zurückverfolgt werden, dessen Produkte von der Zielpunkt Qualitätssicherung sowie durch ein staatlich akkreditiertes Labor in regelmäßigen Abständen kontrolliert und getestet werden.

Noch strengere Kontrollen

Inzwischen initiierte Zielpunkt sofort eine Erhöhung der Kontrollmaßnahmen bei allen Lieferanten zur Gewährleistung von Qualität und Unbedenklichkeit der in den Zielpunkt Regalen verkauften Ware. „Wir sind bestürzt über das Ergebnis der VKI-Probe. Es muss unser oberstes Anliegen sein, mit den Lieferanten und Konsumentenschützern an einem Strang zu ziehen, um etwaige schwarze Schafe unter den Lieferanten sofort zu erkennen und zu sperren“, so Grossauer von Zielpunkt. Zielpunkt ist bestrebt, im Zuge der Qualitätssicherung Warenlieferungen einer strengen Analyse zu unterziehen. Ebenso müssen alle Zielpunkt-Lieferanten nachweisen, dass Ihre Produkte den strengen Qualitätskriterien, die weit unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen, entsprechen und sind verpflichtet, diese Spezifikationen auch mittels akkreditierter staatlicher Labore konstant überprüfen zu lassen. 
Zielpunkt setzt alles daran, sicherzustellen, seinen Kunden nur die beste Qualität anzubieten.“

Mag. Jörg Grossauer
Zielpunkt Warenhandel
22.3.2010

 

Naschmarkt
Betroffen vom negativen Testergebnis war der Stand 300 von Haim Kravitz am Naschmarkt, 1060 Wien

Da wir unseren Kunden nur Obst und Gemüse in bester Qualität anbieten wollen, werden wir in Zukunft keine Ware von dem betroffenen Zulieferer am Großgrünmarkt erwerben.  Beim täglichen Einkauf der Frischware kann ich mich nur auf die Qualität (welche sich in der kurzen Zeit in Form von Geschmack und dem optischen Erscheinungsbild widerspiegelt) sowie auf die ausgewiesenen Angaben (Sorte, Klasse sowie Herkunftsland) unserer Zulieferer verlassen.  Leider ist es uns als Einzelhändler nicht zumutbar, eine Laboranalyse der von uns gekauften Ware durchzuführen. Hierfür müssten meiner Meinung nach die Kontrollen bereits in einer höheren Instanz erfolgen (schon alleine, um einen großflächigen Absatz proaktiv zu verhindern!) 

Haim Kravitz
Naschmarkt, Stand 300
20.03.2010

Bewertung

Wertung: 2 von 5 Sternen
1 Stimme

Kommentare

  • Toller Artikel - fast o)
    von escargot am 25.06.2010 um 09:52
    Ich habe meinen Augen nicht getraut: Nicht nur, dass der Artikel extrem gut und pointiert geschrieben ist, haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und gehen auf Pestizidgehalte, CO2-Belastung durch den Transport und sogar darauf ein, dass es trotz allem besser ist auf heimische Ware zu warten. - Dickes Lob, machen Sie mit dieser kritischen Sicht bitte weiter so!!! Aber eine kleine Kritik hätte ich doch noch: Bei den meisten anderen (verarbeiteten) Produkten bewerten Sie (meist über Gebühr) die Sensorik, obwohl das gerade meist Geschmackssache ist und mir persönlich eben Naturbelassenheit vor dem oft normierten Industriegeschmack geht! Und hier? Was ist jetzt mit den spanischen Erdbeeren? Schmecken sie wenigstens oder sind sie innen doch nur grasgrün, geschmacklos und steinhart? Gerade hier hätte eine Bewertung der Sensorik Sinn gemacht!