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Pestizide in Erdbeeren

Feine Früchtchen

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Konsument 5/2010 veröffentlicht: 12.04.2010

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Viel Vitamin C

Wenn schon nicht prima fürs Klima, dann wenigstens gut für die Gesundheit – immerhin sind die Früchte eine sehr gute Vitamin- C-Quelle. Oder tragen importierte Erdbeeren neben einem dicken CO2-Rucksack womöglich auch eine schwere Schadstoffbürde? Pflanzenschutzmittel in Obst und Gemüse beschäftigen uns schon lange.

In den letzten Jahren nahmen wir Weintrauben, Salat und Paprika unter die Lupe. Diesmal im Test: Erdbeeren, die wir Anfang und Mitte Februar auf Märkten und in Supermärkten einkauften. Wir wollten wissen, ob sich all jene Sorgen machen müssen, die auch bei tiefen frischen Früchte nicht verzichten wollen.

Mehrzahl stammt aus Spanien

17 Proben schickten wir schließlich ins Labor. Die Mehrzahl der eingekauften Produkte kommt aus Spanien (acht), weitere fünf stammen aus Marokko, drei aus Ägypten und eines aus Italien. Untersucht wurden die Früchte auf eine Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln.

Jährlicher Pestizidreport

Dass Erdbeeren belastet sein können, wissen wir aus dem jährlich veröffentlichten Pestizidreport. Der stammt allerdings nicht aus Österreich, sondern wird vom deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen herausgegeben. In ihm lässt sich nachlesen, wie die Rückstandsuntersuchungen bei verschiedenen Obst- und Gemüsesorten ausgefallen sind. Das alles nicht allgemein und unverbindlich, sondern mit genauen Angaben zur Herkunft der Proben und den Handelsketten, die sie vertreiben.

2009 untersuchten die Deutschen 376 Erdbeerproben. In zwei Prozent davon fanden die Lebensmittelchemiker die zulässige Höchstmenge an Pflanzenschutzmitteln überschritten. Diese Erdbeeren kamen überwiegend aus Ägypten. Nachweisbar waren Pestizide aber in insgesamt 81 Prozent aller Proben. Und hier fanden sich mehrheitlich sogenannte Mehrfachrückstände; also nicht ein Pestizid allein, sondern im Durchschnitt zwei bis sieben.

 

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Kommentare

  • Toller Artikel - fast o)
    von escargot am 25.06.2010 um 09:52
    Ich habe meinen Augen nicht getraut: Nicht nur, dass der Artikel extrem gut und pointiert geschrieben ist, haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und gehen auf Pestizidgehalte, CO2-Belastung durch den Transport und sogar darauf ein, dass es trotz allem besser ist auf heimische Ware zu warten. - Dickes Lob, machen Sie mit dieser kritischen Sicht bitte weiter so!!! Aber eine kleine Kritik hätte ich doch noch: Bei den meisten anderen (verarbeiteten) Produkten bewerten Sie (meist über Gebühr) die Sensorik, obwohl das gerade meist Geschmackssache ist und mir persönlich eben Naturbelassenheit vor dem oft normierten Industriegeschmack geht! Und hier? Was ist jetzt mit den spanischen Erdbeeren? Schmecken sie wenigstens oder sind sie innen doch nur grasgrün, geschmacklos und steinhart? Gerade hier hätte eine Bewertung der Sensorik Sinn gemacht!