KONSUMENT.AT - Pestizide in Erdbeeren - Ägypten fällt auf

Pestizide in Erdbeeren

Feine Früchtchen

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Konsument 5/2010 veröffentlicht: 12.04.2010

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Ägypten fällt auf

Auch in unserem Test sind ägyptische Erdbeeren aufgefallen, positiv wie negativ. Sowohl der Testsieger, Erdbeeren von Lidl, in denen überhaupt keine Pestizide nachweisbar waren, als auch der Testverlierer, hoch belastete Erdbeeren vom Wiener Naschmarkt, kommen aus Ägypten.

Ebenfalls viel zu viele Rückstände an Pflanzenschutzmitteln enthalten jene Erdbeeren aus Marokko, die wir bei Zielpunkt in der Sechshauser-Straße erstanden. Beide Proben sind in Österreich nicht verkehrsfähig, hätten also nach dem Buchstaben des Gesetzes gar nicht in den Verkauf gelangen dürfen. Hier wurde offensichtlich im Vorfeld zu wenig kontrolliert.

Heikle Giftstoffe - besonders bei Kleinkindern

Damit nicht genug: Die besonders belasteten ägyptischen Erdbeeren vom Wiener Naschmarkt liegen gleich bei zwei Pestiziden nahe am bzw. weit über dem zulässigen Höchstwert. Addiert man die gemessenen Werte auf, wird die sogenannte akute Referenzdosis ARfD (Kasten „Vorsicht, Gift!“) zwar nicht überschritten, wie unsere Tabelle zeigt, aber zu 74,5 Prozent ausgeschöpft.

Alleine das Pestizid Methomyl, ein Insektizid, hat einen Anteil von 69 Prozent. Das ist besonders heikel, weil aufgrund der analytischen Streubreite schon eine Ausschöpfung von 80 Prozent als kritischer Wert gesehen wird. Vor allem bei kleinen Kindern, deren Organismus auf Schadstoffe aller Art besonders sensibel reagiert, ist hier bereits eine akute Gesundheitsschädigung möglich.

Gesamtbilanz erstaunlich gut

Abgesehen von diesen Ausreißern ist die Bilanz bei Schadstoffen in Erdbeeren jedoch erstaunlich gut. Im Großteil der untersuchten Proben waren Pestizide nur in Spuren nachweisbar. Und obwohl wir je Probe durchschnittlich drei verschiedene Pflanzenschutzmittel fanden, hielt sich die addierte prozentuelle Ausschöpfung der jeweiligen Höchstwerte in Grenzen.

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Kommentare

  • Toller Artikel - fast o)
    von escargot am 25.06.2010 um 09:52
    Ich habe meinen Augen nicht getraut: Nicht nur, dass der Artikel extrem gut und pointiert geschrieben ist, haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und gehen auf Pestizidgehalte, CO2-Belastung durch den Transport und sogar darauf ein, dass es trotz allem besser ist auf heimische Ware zu warten. - Dickes Lob, machen Sie mit dieser kritischen Sicht bitte weiter so!!! Aber eine kleine Kritik hätte ich doch noch: Bei den meisten anderen (verarbeiteten) Produkten bewerten Sie (meist über Gebühr) die Sensorik, obwohl das gerade meist Geschmackssache ist und mir persönlich eben Naturbelassenheit vor dem oft normierten Industriegeschmack geht! Und hier? Was ist jetzt mit den spanischen Erdbeeren? Schmecken sie wenigstens oder sind sie innen doch nur grasgrün, geschmacklos und steinhart? Gerade hier hätte eine Bewertung der Sensorik Sinn gemacht!