KONSUMENT.AT - Pestizide in Erdbeeren - Heiß geliebt

Pestizide in Erdbeeren

Feine Früchtchen

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Konsument 5/2010 veröffentlicht: 12.04.2010

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Heiß geliebt

15.200 Tonnen Erdbeeren (ohne Hausgärten) wurden vergangenes Jahr in Österreich geerntet; die meisten davon in Niederösterreich, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark. Doch die Inlandsproduktion deckt die Nachfrage bei Weitem nicht ab. Der Selbstversorgungsgrad beträgt um die 40 Prozent. Zwischen 3,5 und 4 Kilogramm Erdbeeren naschen wir alle pro Kopf und Jahr.

Erhaltung der Sortenvielfalt

Die „Königin der Beeren“ stammt übrigens aus den Gärten von Versailles. Bis heute trägt sie so charmante Namen wie „May Queen“, „Königin Luise“ oder „Baron Solemacher“.Wenn Sie einen Garten und Spaß am „Garteln“ haben, versuchen Sie es doch einmal mit alten Sorten.

Auf www.arche-noah.at  finden Sie erstaunliche Raritäten. Der private Verein im niederösterreichischen Schiltern kümmert sich um die Erhaltung der Sortenvielfalt und hat Erdbeeren in allen Größen, Farben und Geschmacksrichtungen in seinem Archiv. Sie können in aller Ruhe überlegen, denn der Verkauf bzw. Versand dieser Erdbeerpflanzen beginnt größtenteils erst im August, dem nach Ansicht der Sortenspezialisten idealen Pflanzmonat für Erdbeeren.

Erdbeersetzlinge aus Gärtnerei und Supermarkt

Wenn Sie nicht so lange warten wollen: Einige Sorten hat die Arche Noah ebenso wie Gärtnereien und Gartencenter bereits im Frühling im Angebot. Und selbst im Supermarkt gibt es inzwischen Erdbeersetzlinge zu kaufen. Über seine Bio- Linie Ja! Natürlich bietet der Rewe-Konzern mit Ende April Jungpflanzen an. Sie stammen aus einer Wiener Gärtnerei und sind in allen Merkursowie in rund 200 Billa-Filialen in ganz Österreich zu haben.

Namenlose Ware

Abseits von Garten oder Balkonkisterl ist von Vielfalt leider nichts zu bemerken. Weder in den Geschäften noch auf den Märkten gibt es für die Konsumenten eine erkennbare Auswahl. Verkauft wird praktisch ausschließlich namenlose Ware. Und selbst wer zum Selberpflücken aufs Erdbeerfeld fährt, erfährt kaum, welche Sorte er körbeweise zum Einkochen mit nach Hause nimmt.

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Kommentare

  • Toller Artikel - fast o)
    von escargot am 25.06.2010 um 09:52
    Ich habe meinen Augen nicht getraut: Nicht nur, dass der Artikel extrem gut und pointiert geschrieben ist, haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und gehen auf Pestizidgehalte, CO2-Belastung durch den Transport und sogar darauf ein, dass es trotz allem besser ist auf heimische Ware zu warten. - Dickes Lob, machen Sie mit dieser kritischen Sicht bitte weiter so!!! Aber eine kleine Kritik hätte ich doch noch: Bei den meisten anderen (verarbeiteten) Produkten bewerten Sie (meist über Gebühr) die Sensorik, obwohl das gerade meist Geschmackssache ist und mir persönlich eben Naturbelassenheit vor dem oft normierten Industriegeschmack geht! Und hier? Was ist jetzt mit den spanischen Erdbeeren? Schmecken sie wenigstens oder sind sie innen doch nur grasgrün, geschmacklos und steinhart? Gerade hier hätte eine Bewertung der Sensorik Sinn gemacht!