KONSUMENT.AT - Pestizide in Erdbeeren - Vorsicht, Gift!

Pestizide in Erdbeeren

Feine Früchtchen

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Konsument 5/2010 veröffentlicht: 12.04.2010

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Vorsicht, Gift!

Wie viel von einem Pflanzenschutzmittel in einem Lebensmittel drin sein darf, ist gesetzlich geregelt. Seit September 2008 sind diese Werte für die gesamte EU gleich. Gerade bei Pestiziden kommt es ­häufig vor, dass ein Lebensmittel nicht nur einen dieser Schadstoffe enthält, sondern gleich mehrere.

Höchstwert

Wir führen daher in unserer Tabelle die Anzahl der nachgewiesenen Pestizide an. Zusätzlich haben wir bei einer Mehrfachbelastung die einzelnen Werte addiert. Um eine bessere Vorstellung davon zu bekommen, wie stark die Proben insgesamt belastet sind, wurden die Mengen der nachgewiesenen Pestizide zu den gesetz­lichen Höchstwerten in Beziehung gesetzt (Tabellenspalte Addierte Ausschöpfung der Höchstwerte in %). Bei starken Belastungen kann die so errech­nete Summe mehr als 100 % ausmachen, wie die beiden Testverlierer zeigen.

Akute Referenzdosis

Geht es um die Risikobewertung von Schadstoffen in Lebensmitteln, kommt die akute Referenzdosis (ARfD) ins Spiel. Sie ist ein toxikolo­gischer Grenzwert für Pestizide mit einer hohen akuten Giftigkeit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat als ARfD jene Substanzmenge definiert, die über die ­Nahrung innerhalb eines Tages oder mit einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, ohne dass daraus ein erkennbares Gesundheitsrisiko entsteht.

Keine unserer Proben überschreitet die ­akute Referenzdosis. Das letztgereihte Produkt ist allerdings schon nahe dran. Als Grundlage für unsere Risikobewertung zogen wir das Modell des deutschen ­Bundesinstituts für Risikobewertung heran. Berechnet wurde, wieweit die akute Referenzdosis von Kindern ausgeschöpft wird, die älter als zwei bzw. jünger als fünf Jahre sind und kurzfristig 251,8 Gramm Erdbeeren verzehren.

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Kommentare

  • Toller Artikel - fast o)
    von escargot am 25.06.2010 um 09:52
    Ich habe meinen Augen nicht getraut: Nicht nur, dass der Artikel extrem gut und pointiert geschrieben ist, haben Sie Ihre Hausaufgaben gemacht und gehen auf Pestizidgehalte, CO2-Belastung durch den Transport und sogar darauf ein, dass es trotz allem besser ist auf heimische Ware zu warten. - Dickes Lob, machen Sie mit dieser kritischen Sicht bitte weiter so!!! Aber eine kleine Kritik hätte ich doch noch: Bei den meisten anderen (verarbeiteten) Produkten bewerten Sie (meist über Gebühr) die Sensorik, obwohl das gerade meist Geschmackssache ist und mir persönlich eben Naturbelassenheit vor dem oft normierten Industriegeschmack geht! Und hier? Was ist jetzt mit den spanischen Erdbeeren? Schmecken sie wenigstens oder sind sie innen doch nur grasgrün, geschmacklos und steinhart? Gerade hier hätte eine Bewertung der Sensorik Sinn gemacht!