KONSUMENT.AT - Thunfisch in Gefahr - Nachhaltigkeit wichtiger Aspekt

Thunfisch in Gefahr

Fischbestände dramatisch reduziert

Seite 4 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 11/2010 veröffentlicht: 13.10.2010

Inhalt

Nachhaltigkeit wichtiger Aspekt

Heute geht es nicht mehr bloß um das Überleben der Delphine, auch nicht so sehr um anderen Beifang. Ins Zentrum der Auseinandersetzungen ist das Überleben der Thunfische selbst gerückt. Mehr Nachhaltigkeit in der Fischerei ist ein Gebot der Stunde. Das liegt nicht nur im Interesse der Zoologie. Thunfisch ist eines der wichtigs­ten Nahrungsmittel für einen großen Teil der – wachsenden – Erdbevölkerung.

Die industrielle Fischerei bedroht vor allem die ortsansässigen Menschen. Nicht nur viele Fischer verlieren ihre Existenzgrundlage, dasselbe gilt auch für Bootsbauer oder Menschen, die in der Weiterverarbeitung beschäftigt waren.

Was bleibt, sind Lizenzzahlungen der großen ausländischen Flotten, die an die örtlichen Behörden zu entrichten sind. Doch die machen gerade ­einmal 5 bis 6 Prozent des Preises aus, der für die gefangenen Fische auf dem Weltmarkt erzielt werden kann. Die Zerstörung der traditionellen Fischerei birgt also auch eine Menge sozialen Sprengstoff.

Die Aquakultur, die Aufzucht von Fischen in Fischfarmen, wird häufig als Alternative angesehen, um den Wildfischbestand zu retten. Doch zumindest im Fall der Thun­fische ist diese Hoffnung unbegründet. Denn die Fische werden nicht in den Anlagen gezüchtet, sondern es werden junge Wildfische gefangen und in Netzkäfigen bis zur Schlachtreife gemästet – und dabei werden wiederum kleinere, wild lebende Fische verfüttert.

Bedrohung durch Piratenfischerei

Nicht zuletzt stellt die Piratenfischerei eine große Bedrohung dar. 30 bis 40 Prozent des weltweiten Fangs werden illegal aus den Weltmeeren gefischt. Die Piratenfischer kümmern sich um keine Regeln oder Beschränkungen, sie holen rücksichtslos alles aus dem Meer, was sie nur fangen können. Immer mehr Fischereifirmen arbeiten mit den Piraten zusammen.

Die Fische werden auf offener See auf die Schiffe großer Markenhersteller verladen und landen letztlich in den Supermärkten der reichen Länder des Nordens. Mangels effizienter Kontrolle lässt sich die Herkunft vieler Fische nicht zurückverfolgen. Illegale Fänge finden ­natürlich auch in keine Statistik Eingang. Man muss also annehmen, dass das Problem der Überfischung wesentlich größer ist, als die offiziellen Zahlen belegen, weil dafür nur die legalen Fänge berücksichtigt werden.

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
2 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Thunfisch-Ethik Report
    von Franz Wank am 15.11.2010 um 16:06
    Es ist furchtbar mit anzusehen, wie mit den Schleppnetzen tonnenweise sogenannter "Beifang" aus den Meeren gezogen und dann wieder im Meer entsorgt wird. Wann werden die geldgierigen Fischfangflottenbesitzer endlich merken, dass sie das gesamte Ökosystem durcheinander bringen. Erst wenn es zu spät ist? Sie sägen, wie so viele, auf dem Ast, auf dem die Menschheit sitzt! Dann werden sie merken, dass man Geld nicht essen kann!