KONSUMENT.AT - Thunfisch in Gefahr - Was verraten die Gütesiegel?

Thunfisch in Gefahr

Fischbestände dramatisch reduziert

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Konsument 11/2010 veröffentlicht: 13.10.2010

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Was verraten die Gütesiegel?

Dolphin Safe: teilweise glaubwürdig

Das "Dolphin Safe"-Label wurde 1990 vom Earth Island Institute und der H.J. Heinz Corporation entwickelt.

Es verlangt Fangmethoden, die Delphine nicht verletzen oder töten könnten. Damals stellte es einen wichtigen Ansatz zur Kontrolle von Delphin-Fängen dar, doch seither wurden die Anforderungen nicht mehr aktualisiert.

Es fehlen wissenschaftliche Belegung und ein strenges Kontrollsystem.

Es ist kein Nachhaltigkeits-Siegel, da es ausschließlich auf Delphin-Schonung abstellt, alle anderen Probleme bleiben unberücksichtigt.

Delphin-freundlich u.a.: nicht glaubwürdig

Andere häufig verwendete Delphin-Siegel stellen bloß Herstellerbehauptungen dar, die von keiner Zertifizierungsorganisation belegt werden.

Dazu gehören beispielsweise Label mit der Aufschrift "delphinschonend gefangen", "delphinfreundlich gefangen" oder "delphin angenehm".

MSC: glaubwürdig

1997 von WWF und Unilever gegründet, ist der Marine Stewardship Council (kurz MSC) heute eine unabhängige Organisation, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern und Umweltschutzorgani­sationen das MSC-Gütesiegel entwickelt hat. Dieses ist das einzige in Österreich vertretene Nachhaltigkeits-Label für Wildfische.

  • Es steht für den Schutz der Fischbestände – keine Überfischung.
  • Es garantiert minimale Auswirkungen auf das Ökosystem – nachhaltige Fangmethoden sollen den Beifang von Jungfischen, anderen Fischarten, Meeressäugetieren oder Wasservögeln möglichst gering halten.
  • Es ist eine Absage an die illegale Fischerei – lokale und nationale Gesetze werden eingehalten, ebenso wie internationale Vereinbarungen.
  • Die Bewerber müssen einen Bewertungsprozess durchlaufen, der von unabhängigen Zertifizierungsstellen durchgeführt wird.

Derzeit gibt es nur einen Fischverarbeiter, der Thunfischkonserven mit MSC-Siegel in Österreich anbietet: die französische Firma Connétable. Deren Weißer Thunfisch wird vor Kalifornien mit traditionellen Fangmethoden (Angel oder kurze Leinen) aus dem Ostpazifik gefischt.

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Kommentare

  • Thunfisch-Ethik Report
    von Franz Wank am 15.11.2010 um 16:06
    Es ist furchtbar mit anzusehen, wie mit den Schleppnetzen tonnenweise sogenannter "Beifang" aus den Meeren gezogen und dann wieder im Meer entsorgt wird. Wann werden die geldgierigen Fischfangflottenbesitzer endlich merken, dass sie das gesamte Ökosystem durcheinander bringen. Erst wenn es zu spät ist? Sie sägen, wie so viele, auf dem Ast, auf dem die Menschheit sitzt! Dann werden sie merken, dass man Geld nicht essen kann!