KONSUMENT.AT - Thunfisch - Schwermetalle unterhalb des Grenzwertes

Thunfisch

Um Dosen besser

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Konsument 11/2010 veröffentlicht: 14.10.2010

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Kleine Thunfischkunde

Wie unsere Untersuchung zeigt, kommt hauptsächlich Echter Bonito, auch Skipjack genannt, in den Handel. Diese Thunfischart gilt als am wenigsten überfischt. An zweiter Stelle steht der Gelbflossen-Thun (4 von 13 Testkandidaten). Weißen Thun, ein absolutes Qualitätsprodukt unter den Dosenthunfischen, verkauft nur die französische Firma Connétable. Er trägt als einziges Produkt in unserem Test das MSC-Gütesiegel, ein glaubwürdiges Nachhaltigkeits-Label für Wildfische. Alle anderen Produzenten werben damit, dass ihr Dosen­thunfisch delphin-freundlich gefangen wurde (Dolfin Safe, delphin-schonend bzw. -freundlich gefangen), was nicht mit nachhaltigem Fischfang gleichzusetzen ist, wie Sie auf Seite 14 nachlesen können.

Bei Vier Diamanten, La Perla und John West bleibt den Kunden auch verborgen, welchen Thunfisch sie kaufen. Diese bekannten Marken schweigen sich nämlich darüber aus, was genau sie in ihre Dosen füllen. Wie das? Nun, die Angabe der ­Thunfischart ist freiwillig. Die Firma kann sie draufschreiben – oder auch weglassen. Das gilt übrigens auch für Angaben zum Fanggebiet. Transparenz für Konsumenten sieht sicher anders aus! Ein DNA-Test von Greenpeace zeigte bei der Frage nach Inhalt und Deklaration ein ähnliches Ergebnis.

Untersuchung im Labor

Natürlich haben wir für unseren Test den Thunfisch auch im Labor untersuchen lassen. Unter die Lupe genommen wurde der Gehalt an Histamin – eine Substanz, die bei empfindlichen Menschen pseudoallergische Reaktionen auslösen kann. Ebenfalls am Prüfstand: der Salzgehalt der einzelnen Produkte sowie die Belastung mit den Schwermetallen Blei, Cadmium und Quecksilber. Wie die Tabelle zeigt, gibt es hier erstaunlich wenig zu bekritteln.

Keine schwere Sache

Schwermetalle sind bei Fisch immer ­wieder ein Thema. Die Höhe der Belastung hängt vom Ausmaß der Umweltverschmutzung ab. Für besonders problematische Substan­zen sind Grenzwerte festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen. Bei Blei, das besonders Kinder und Schwangere gefährdet, liegt der zulässige Höchstgehalt bei 0,30 Milligramm (mg) pro Kilogramm (kg) frischem Fisch. In allen unseren untersuchten Thunfischproben war dieses Schwermetall zwar nachweisbar, die Belastungen lagen aber unter dem zulässigen Grenzwert.

Problemfall Cadmium und Quecksilber

Cadmium ist ein Schwermetall, das unter dem Verdacht steht, beim Menschen krebserregend zu wirken. Hohe Cadmiumkonzentrationen sind in Seefischen zum Glück selten. Das zeigt auch unser Test: Kein Produkt überschritt den derzeit gül­tigen Grenzwert von 0,10 mg/kg. NiXe schöpfte mit 0,072 mg Cadmium pro kg den zulässigen Wert aber bereits zu 72 Prozent aus.

Und was ist mit dem bei Fischen häufig ­gefundenen Quecksilber? Vor allem große und langlebige Raubfische, zu denen auch der Thunfisch gehört, sind belastet. Auch hier können wir Entwarnung geben. Kein Produkt lag über dem für frisches Muskelfleisch von Thunfischen festgelegten Wert von 1,0 mg Quecksilber pro kg.

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Kommentare

  • Lasche zum Aufreißen der Dose
    von rechtspolitik am 09.02.2011 um 15:24
    Eine Praxisbeobachtung zu behaupten, die bei der Untersuchung gar nicht vorkommt, ist unfair. Bei verdorbenen Produkten wurde auch noch nie erwähnt, daß diese in der Praxis eigentlich immer in Ordnung sind. Im Übrigen läßt sich auch jede Dose mit Lasche per Dosenöffner aufmachen.
  • Thunfisch dosen mit Lasche traditionell öffnen geht ! ?
    von Witz am 21.10.2010 um 11:56
    Sie schreiben: Wer zu wenig Kraft in den Fingern oder ­keine Lust hat, sich beim Anheben der ­Lasche die Nägel zu ruinieren, muss zu La Perla greifen. Es ist das einzige Produkt in unserem Test, für das man noch einen traditionellen Dosenöffner braucht. - Da muss ich sagen dass man auch eine Dose mit Lasche (oder abgebrochner LAsche(!)) mit traditionellem Dosenöffner aufbekommt. Habe ich zumindest die Erfahrung gemacht.