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Medikamente: Rezeptfreie Augentropfen

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Konsument 7/2008 veröffentlicht: 26.06.2008

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Yellow Box: Kasse zahlt nur ausnahmsweise

Artelac Edo Einmalaugentropfen und Prosicca Einmalaugentropfen befinden sich in der Yellow Box des Erstattungkodex für Arzneimittel. Diese Präparate sind also nur in begründeten Fällen, etwa bei Vorliegen einer Konservierungsmittelallergie, vom Augenarzt auf Kasse verschreibbar. Auch geeignet sind die Präparate Aquatears Augengel mit dem Wirkstoff Carbomer 974P, Artelac Augentropfen, Okuzell Augentropfen und Prossica Augentropfen mit Hydroxypropylmethylcellulose, Oculotect Fluid Augentropfen und Protagent Augentropfen mit Polyvidon und Vidisic Augengel mit dem Wirkstoff Carbopol. Diese Medikamente erfahren eine leichte Abwertung, da sie Konservierungsmittel (Benzalkoniumchlorid oder Cetrimid) enthalten.

"Künstliche Tränen" lindern Beschwerden

Lediglich als mit Einschränkung geeignet beurteilen wir das Präparat Siccaprotect Augentropfen mit den Wirkstoffen Polyvinylalkohol und Dexpanthenol. Der zusätzliche Nutzen von Dexpanthenol ist nicht ausreichend belegt. Das Präparat enthält zudem das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid. Ist keine ursächliche Behandlung möglich, kann die Benetzungsstörung durch „künstliche Tränen“ behoben werden. Derartige Augentropfen können das Fortschreiten der Erkrankung verhindern und die Beschwerden lindern.

Medikamente gegen Bindehautentzündung

In Österreich waren zum Testzeitpunkt nur drei rezeptfreie Präparate für die Indikation Bindehautentzündung erhältlich: Aconex Augentropfen und Ophtaguttal „Agepha“ Augentropfen mit dem Wirkstoff Naphazolinhydrochlorid (Letztere enthalten zusätzlich Zinksulfat) sowie Visadron Augentropfen mit dem Wirkstoff Phenylephrinhydrochlorid. Die getesteten Präparate dürfen nur bei nichtbakterieller Konjuntivitis eingesetzt werden. Sie wirken gefäßverengenden, daher ist auf Neben- und Wechselwirkungen besonders zu achten.

Antibiotika- oder cortisonhaltige Präparate

Der größte Teil der Arzneimittel gegen Konjunktivitis ist rezeptpflichtig, dazu zählen auch antibiotika- oder cortisonhaltige Präparate. Alle drei OTC-Präparate bewerten wir nur als "auch geeignet zur kurzfristigen Behandlung" von Bindehautentzündung, da sie das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid enthalten. Derzeit ist kein rezeptfreies Präparat erhältlich, das konservierungsmittelfrei ist. Bei Unverträglichkeiten gegen Konservierungsmittel kann der Augenarzt geeignete Mittel in "magistraler Rezeptur" verordnen, die vom Apotheker hergestellt werden.

Alle hemmen den Tränenfluss

Alle bewerteten Präparate hemmen den Tränenfluss und dürfen deshalb auf keinen Fall bei trockenen Augen angewendet werden. Die maximale Anwendungsdauer ohne ärztliche Kontrolle liegt bei zwei Tagen, bei längerer Applikation können die Wirkstoffe die Krankheitssymptome verschlimmern.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
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