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Schwitzen: Medikamente, Botox, Operation

Mittel bei übermäßigem Schweiß

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Konsument 7/2010 veröffentlicht: 14.06.2010

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Salbei

Auch Salbeiauszüge werden bei übermä­ßigem Schwitzen empfohlen. In Österreich sind sie derzeit in Form von Fertigarzneimitteln nicht verfügbar. Salbeiblätter zur Teebereitung, Salbeitinktur oder Salbei­fluidextrakt sind allerdings in der Apotheke erhältlich. Der genaue Mechanismus, der zur Minderung der Schweißsekretion beiträgt, ist bis dato nicht bekannt. Vermutet wird, dass Salbei seine Wirksamkeit an den Nervenenden der Schweißdrüsen entfaltet und dort die Menge an produziertem Schweiß reduziert. Zwar liegt uns keine Bewertung für die Anwendung von Salbei vor, neuere klinische Studien belegen jedoch eine Wirksamkeit von Salbeizubereitungen bei vermehrter Schweißproduktion. Bei vorschriftsmäßiger Anwendung sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten. Lediglich während einer Schwangerschaft muss auf die Einnahme von Salbeipräparaten verzichtet werden.

Botox

Helfen Medikamente nicht weiter, kommen andere Verfahren infrage, etwa der Einsatz des Nervengiftes Botulinumtoxin (Botox). Im Rahmen von kontrollierten Studien konnte gezeigt werden, dass die Injektion der Substanz in die Haut zur deutlichen Besserung einer Hyperhidrose führen kann. Bei der Behandlung werden kleinste Mengen direkt unter die Haut in­jiziert. Das Verfahren wird vorwiegend in Privatkliniken oder -ordinationen ausgeführt und ist teuer.

Vorübergehende Schweißhemmung

Bei Hyperhidrose an Handflächen und Fußsohlen kann auch ein physikalisches Verfahren (Iontophorese) hilfreich sein. Dabei werden in einem Wasserbad verschiedene Substanzen mithilfe von Gleichstrom in die Haut von Handflächen und Fußsohlen eingebracht. Die mehrmonatige Behandlung umfasst 2 bis 3 Sitzungen ­innerhalb einer Woche von je 20 Minuten Dauer. Daraus resultiert eine vorübergehende Schweißhemmung. Das Verfahren bringt bei bis zu 80 Prozent der Patienten eine Besserung.

Chirurgischer Eingriff

Manche Patienten leiden an schweren Formen einer Hyperhidrose der Handflächen (palmare Hyperhidrose). Die Schweiß­absonderung ist so stark, dass sie überall Spuren hinterlassen und viele alltägliche Verrichtungen nur mit Handschuhen möglich sind. In diesen Fällen kann ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden. Bei der Operation wird der in der Brusthöhle verlaufende sogenannte Grenzstrang oder Sympathikusnerv durchtrennt.

Der Eingriff führt bei 90 Prozent aller Betroffenen zu einer subjektiven Besserung. Allerdings kommt es einige Monate nach dem Eingriff bei einem Teil der Operierten zu einem erneuten Ausbrechen der Hyperhidrose. Bei einer axillaren Hyperhidrose (Bereich der Achselhöhlen) liegt die Erfolgsquote der Operation gar nur bei etwa 50 Prozent, deshalb wird das Verfahren für diesen Fall nicht empfohlen.

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