KONSUMENT.AT - Schwitzen - Schwitzen

Schwitzen

Wenn es peinlich wird

Seite 3 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
Konsument 8/2003 veröffentlicht: 29.07.2003

Inhalt

Mittel helfen meist nur bei leichten Fällen

Sehr oft werden bei Hyperhidrose schweißhemmende Substanzen verschrieben, die auf die Haut aufgetragen werden, wie Gerbstoffe und Aluminiumchloridlösungen. Für einige Zeit werden dadurch die Schweißdrüsenausgänge verschlossen. Allerdings helfen diese Medikamente meist nur bei leichten Krankheitsbildern. Je stärker jedoch die Schweißbildung, desto schneller werden diese Substanzen wieder ,,ausgeschwitzt’’ und führen nur zu einer geringfügigen Linderung der Beschwerden.

Höhere Konzentration nötig

Damit Substanzen wie Aluminiumchlorid gut wirken können, müssen sie in mindestens 10- bis 30-prozentiger Konzentration vorliegen. Das ist nur bei vom Hautarzt verschriebenen und in der Apotheke gemischten Mitteln so, bei den üblichen Deos ist die Konzentration weitaus geringer.

Strom hilft

Helfen diese Mittel nicht, ist der Besuch eines darauf spezialisierten Dermatologen beziehungsweise einer Spitalsambulanz anzuraten. Meist wird als nächstes die so genannte Iontophorese verordnet. Dabei werden Hände oder Füße für etwa 20 bis 30 Minuten in ein Bad mit schwachen Gleichströmen getaucht. Bei den Achselhöhlen kann man sich mit einem feuchten Schwamm mit einer Elektrode behelfen. Bis eine Besserung eintritt, sollte die Behandlung täglich durchgeführt werden, erklärt Dr. Harald Kittler, Leiter der Ambulanz für Hyperhidrose am Wiener AKH. Dann können die Intervalle meist vergrößert werden. Die Erfolgsquote ist verhältnismäßig hoch. Nebenwirkungen wie Hautreizungen sind bei sachgemäßer Anwendung gering und klingen im Anschluss an die Sitzung schnell ab.

Wirkung nicht genau bekannt

Wie der Gleichstrom wirkt, ist nicht genau bekannt. Man vermutet, dass die Schweißporen verengt werden und das Nervensystem so irritiert wird, dass es weniger Impulse an die Schweißdrüsen aussendet. Nach einem halben Jahr ist meist schon der Normalzustand erreicht. Der Haken dabei: Nach Absetzen der Therapie nimmt die Schweißbildung innerhalb weniger Wochen wieder zu! Erst nach 20 Zyklen mit 5-maliger Behandlung pro Woche kann der Erfolg beurteilt werden. In diesem Fall bekommen Patienten meist von der Krankenkasse ein Heimgerät bezahlt, mit dem sie die Erhaltungstherapie von ein- bis zweimal pro Woche zu Hause durchführen können.

Bewertung

Wertung: 5 von 5 Sternen
2 Stimmen
Weiterlesen