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Zahnfüllungen

Von Gold bis Amalgam

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Konsument 2/2004 veröffentlicht: 14.01.2004

Amalgam bis Kompomer: Füllungsmaterialien im Vergleich

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AmalgamfüllungGoldinlay/-onlayKeramikinlayKompositfüllungKompomerfüllung (4)
Seit wann in Gebrauch? Su-Chung (China), 659 v. Chr.; Taveau (F), 1826; Routine seit über 150 JahrenEtrusker, 300 v. Chr.; Routine seit über 100 JahrenDucteau, 1776 (Prothese); Fonzi, 1808 (Prothesenzähne); Land, 1889 (Kronen); Routine seit über 15 JahrenBowen, 1955; für Backenzähne seit über 20 Jahren im EinsatzEngelbrecht, 1989; seit etwa 10 Jahren in Gebrauch
Für welche Zähne? Backenzähne Backenzähne BackenzähneBackenzähneZahnhalsfüllungen; Milchzähne
Größe des Zahnschadens kleine und mittelgroße Schäden (große mit Einschränkung)grundsätzlich alle, aber eher für große Schädenkleine und mittelgroße Schäden kleine bis mittelgroße Schäden (bevorzugt zur Versorgung der ersten Karies)kleine bis mittelgroße Schäden (bevorzugt zur Versorgung der ersten Karies)
Hält der Kaubelastung stand jaja jaja, bei geeigneter Produktwahl (Feinpartikel-, Hybridkomposit) und Füllungsgrößeja; bei geeigneter Produktwahl und Füllungsgröße; Stabilität aber geringer als bei Komposit
Jährliche Misserfolgsrate (grobe Vereinfachung) (1) 0,5 bis 7%, bei Studiendauer bis zu 20 Jahren1 bis 4,1%, bei Studiendauer bis zu 14,5 Jahren0,5 bis 6,2%, bei Studiendauer bis zu 12 Jahren0,5 bis 6,6%, bei Studiendauer bis zu 17 Jahren0 bis 8,3% bei Studiendauer bis zu 3 Jahren; für Milchzähne 1 bis 7% bei Studiendauer bis zu 3 Jahren
Durchschnittliche Haltbarkeit (2) 8 bis 10 Jahre10 bis 15 Jahrebis zu 12 Jahre gut4 bis 9 Jahrenoch keine genauen Daten bekannt
Oberflächenabnutzung dem Zahnschmelz vergleichbar oder leicht höher3)je nach Legierung dem Zahnschmelz vergleichbar oder geringer; wenige bei Patienten gemessenen Daten bekanntje nach Material und Oberfläche gleich oder deutlich geringer als Zahnschmelz; Keramikinlays können den Gegenzahn abnutzenje nach Material gleich oder leicht geringer als Zahn-; schmelz, sehr harte Komposite können den Gegenzahn abnutzenim Vergleich zu Kompositen höherer Verschleiß, aber bei neuen Materialien verbessert
Bruchsicherheit bei richtigem Einsatz und richtiger Anwendung sind Brüche seltenformbares Material, Brüche kommen nicht vorsprödes Material, neigt zum Bruch, bei perfekter Anwendung ist der Bruch selten; bei Bruxismus (Knirschen) nicht zu empfehlenje nach Produkt mehr oder weniger spröde; Brüche kommen aber selten vorje nach Produkt mehr oder weniger spröde; Brüche kommen aber selten vor
Abnutzung/Verwerfung der Ränder mit der Zeit leidet die Qualität der Ränder; sie werden aber durch Oxide abgedichtetwenn es von Anfang an sehr genau passt, dauerhaft gute Randqualitätdurch Adhäsivtechnik (Ätz-KlebeTechnik) perfekt dichte Füllung; mikroskopisch lässt sich Verschleiß des Befestigungskomposits feststellenbeim Aushärten schrumpft Komposit, daher ist zur Vermeidung von Randspalten Adhäsivtechnik und aufwendige Schichttechnik zwingend erforderlichbeim Aushärten schrumpft Kompomer, daher ist zur Vermeidung von Randspalten Adhäsivtechnik und aufwendige Schichttechnik zwingend erforderlich
Risiko von Randspaltkaries (1) häufigste Ursache für den Ersatz der Füllung (obwohl dies nicht in jedem Fall nötig wäre)bei perfekter Passgenauigkeit gering, sonst eher höher als bei Amalgambei perfekter Passgenauigkeit gering, liegt aber in einem KompositbettFüllung auf Kaufläche: geringes Risiko; Füllung auf Kaufläche und zu Nachbarzähnen: mäßiges RisikoLiegt die Füllung in der Kaufläche: geringes Risiko; reicht Füllung von der Kaufläche zu den Nachbarzähnen: mäßiges Risiko
Erhalt von Zahnhartsubstanz mäßiggeringer; damit das Inlay/Onlay eingesetzt werden kann, muss auch gesunde Zahnhartsubstanz geopfert werdengeringer; wie bei Goldinlay/-onlay; Keramik muss außerdem mindestens 1,5 mm dick seinbei Erstversorgung sehr gut: bei der Adhäsivtechnik (Ätz-Klebe-Technik) muss nur der kariöse Teil entfernt werdenbei Erstversorgung sehr gut, siehe Komposit
Besondere Verarbeitungstechniken Standardtechnik, einfach zu verarbeiten; kleine Portionen werden in die Höhlung gestopft und verdichteterfordert hohe Präzision von Zahnarzt und Technikererfordert sehr hohe Präzision von Zahnarzt und Techniker; Adhäsivtechnik ist schwierig, zeitaufwendig; braucht absolute TrockenheitAdhäsivtechnik (siehe auch Keramikinlay, links) bei Kompositen erfordert das Auftragen und Härten in mehreren Schichtenim Wesentlichen gleich wie Komposit
Zeitaufwand für Herstellung und Behandlung eine Sitzung; aufgrund der niedrigen Honorare ca. 10 Minutenzwei Sitzungen; Zahnarzt zirka 1,5 Stunden, Zahntechniker ca. 3 Stundenzwei Sitzungen; Zahnarzt zirka 2 Stunden, Zahntechniker ca. 5 Stundeneine Sitzung; Schichttechnik ist aufwendig, geschätzter Aufwand für eine 3-flächige Füllung: bis zu 1 Stundeim Wesentlichen gleich wie Komposit
Aussehen/Ästhetik silbrig-metallischgoldfarbenZahnfarbe, schmelzähnlichZahnfarbe schmelzähnlichZahnfarbe
Zusammensetzung des Materials (3) Silber, Zinn, Kupfer, QuecksilberGold, Silber, Platin, Palladium, KupferSiliziumdioxid, Leucit, Pottasche Mullit, Korund; im Wesentlichen Kristalle, eingebettet in ein Gefüge aus GlasKunststoffe (Mono-, Diund höherwertige Acrylate, Ormocere) und Katalysator (= Härter)Diacrylate, Polycarboxylat, Füllstoffe (fluoridhaltiges Glas); Katalysator (= Härter)
Mögliche Nebenwirkungen oder negative Effekte Abgabe von anorganischem Quecksilber und anderen Bestandteilen in die Mundhöhle in sehr geringen Spuren; eventuell SchleimhautveränderungAbgabe von allen Bestandteilen (Abrieb) in die Mundhöhle; hohe Wärmeund Kälteempfindlichkeit; Allergie auf Bestandteile der Goldlegierung möglichAbgabe von allen Bestandteilen (Abrieb) in die Mundhöhle; da mit Komposit eingeklebt, auch alle Nebenwirkungen von KompositAbgabe aller Bestandteile in die Mundhöhle; eventuell Abgabe von Resten des Katalysators (nur bei unsach gemäßer Verarbeitung), zunehmend AllergienAbgabe aller Bestandteile in die Mundhöhle
Mögliche Gesundheitsrisiken aufgrund bestimmter Inhaltsoder Verarbeitungsstoffe keine Vergiftungen, da die abgegebenen Quecksilbermengen unter der toxischen Grenze); aber Beitrag zur allgemeinen Quecksilberbelastung; Allergie möglichAllergie bei Gold häufiger als bei Amalgamkeine bekannt, aber: Befestigungszement = KompositKatalysator (= Härter) enthält biologisch aktive (toxische) Sub stanzen, Konzentration aber weit unter der Grenze zur Giftigkeit; Allergie wurde beschrieben Einschätzung etwa gleich wie Komposit
Häufigkeit von Gesundheitsschäden Allergie sehr seltenAllergie sehr selten wie bei GoldinlayAllergie sehr selten, aber zunehmende Tendenz, besonders bei ZahnärztenEinschätzung etwa gleich wie Komposit
Nachweisbarkeit von Gesundheitsschäden Allergie: dermatologischer Test; Patientenberichte konnten nicht beweisen, dass Beschwerden durch Amalgam verursacht werdenAllergie: dermatologischer Testwie bei GoldinlayAllergie: dermatologischer TestAllergie: dermatologischer Test
Kosten einer Drei-Flächen-Füllung privat: 30 bis 75 €privat: ca. 250 bis 545 €privat: 475 bis 700 €privat: 60 bis 130 €keine genauen Zahlen, meist wie Komposit
Krankenkasse übernimmt Kosten janeinneinja, bei Front und Eckzähnenist strittig
Stand: Mai 2003
(1)
Die Verarbeitung durch Zahnarzt und Zahntechniker und die Qualität der persönlichen und der professionellen Mundhygiene haben weit größeren Einfluss als die Materialwahl.
(2)
Angaben der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGMZ).
(3)
Zusammensetzungen gelten nur annäherungsweise, da es sehr viele verschiedene Produkte gibt. Für Goldinlays/-onlays sind nur hoch goldhaltige Legierungen empfohlen.
(4)
Mischung aus Spezialzement und Komposite
Tabelle erstellt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jean-François Roulet
Preisangaben für Österreich: Dr. Günther Knogler, Wien; Richttarif der Kurie der Zahnärzte 2003
© Stiftung Warentest, Verein für Konsumenteninformation

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