KONSUMENT.AT - Greenwashing - Grüne Beteuerungen belegen

Greenwashing

VKI startet Projekt zur Nachhaltigkeit

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KONSUMENT 4/2021 veröffentlicht: 15.03.2021

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Greenwashing: ein mehr als 30 Jahre alter Gedanke

Der Begriff Greenwashing klingt modern, klingt jung. Ist er aber nicht. In der Umweltbewegung ist er schon mehr als 30 Jahre lang verankert. Erstmals verwendet wurde er 1986 vom Umweltaktivisten Jay Westervald in einem kritischen Bericht über die Hotelbranche. Passenderweise ging es damals um das Waschen von Handtüchern. Konkret um das grüne Mäntelchen, das Hotels sich umzuhängen versuchen, wenn sie ihre Gäste dazu auffordern, Handtücher nicht täglich auswechseln zu lassen – um die Umwelt zu schützen. In Wahrheit lenke das nur von anderen, weitaus umweltschädlicheren Dingen ab, für die Hotels verantwortlich gemacht werden können, argumentierte Westervald. Den Hotels gehe es beim Handtücher-Sparen in erster Linie ums Geld-Sparen.

Tricks sollen Skepsis zerstreuen

Allerdings war 1986 nicht die Geburtsstunde von Greenwashing. Vielmehr handelt es sich um ein Marketing- und PR-Instrument, das schon früher erfunden wurde. Über die Jahre hat es sich für die Wirtschaft bewährt, wurde weiterentwickelt und professionalisiert. Findige Marketing- und PR-Experten lassen sich immer kreativere Öko-Schmähs einfallen. Dabei wird das Wort "Schmäh" der Problematik gar nicht gerecht. Tatsächlich geht es um üble Tricks, derer sich Firmen bedienen, wenn es darum geht die gesunde Skepsis von Verbrauchern zu zerstreuen (siehe Inhaltsverzeichnis: Die 7 Sünden des Greenwashing).

Greenwashing auf EU-Ebene gesetzlich unterbinden

Wir vom VKI heißen es nicht gut, dass sich Unternehmen grüne Mäntelchen im Namen der Nachhaltigkeit umhängen, um Umweltsünden schönzufärben. Wir unterstützen deshalb die Initiative des Europäischen Verbraucherverbands, der an einem Vorschlag arbeitet, wie Greenwashing auf EU-Ebene gesetzlich unterbunden werden kann. Kein einfaches Unterfangen. Schließlich existiert noch keine rechtlich bindende Definition von Greenwashing. Und so erkennen oft auch Experten nicht auf den ersten Blick, ob es sich bei einer Werbebotschaft um ein nicht belegbares grünes Versprechen handelt oder nicht.

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Kommentare

  • Gute Sache
    von Malowan80 am 19.03.2021 um 09:46
    MIch nervt das auch, dieses ewig grüne Gewedel von Firmen und dann is tnichts dahinter - außer Geschäftemacherei. Gute Sache, lasst euch nicht abschrecken.
  • "Grüner Pass"
    von Dunkelsteinerwald am 18.03.2021 um 18:28
    Eine äußerst dreiste Form des Greenwashing ist es, wenn man einen Nachweis einer Impfung mit einer genmanipulierten Impfdosis / einer durchgemachten Corona-Erkrankung als "grünen Pass" bezeichnet.