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Biologische Schädlingsbekämpfung

Marienkäfer statt Chemiekeule

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Konsument 8/2004 veröffentlicht: 23.07.2004, aktualisiert: 27.07.2004

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Nützlinge vom Briefträger


Neudorff darf ab sofort auch Schneckenkorn (zur Schneckenbekämpfung siehe unseren Test in „Konsument“ 6/2001) mit dem Umweltzeichen versehen sowie zwei Arten von Nematoden, das sind Fadenwürmer, die man unter anderem gegen Dickmaulrüssler und Trauermücken einsetzen kann. Nematoden zählen zu den nützlichen Parasiten, die – wie beispielsweise auch die Larven von Florfliegen und Schlupfwespen – in den Körpern der Schädlinge heranreifen und diese von innen her aufzehren. Bei anderen Nützlingen, wie etwa den Marienkäfern, ernähren sich die ausgewachsenen Tiere von den Schädlingen. Nützlinge sind somit die dritte ergänzende Maßnahme gegen Schädlingsbefall.

Kleines Briefkuvert mit 5 Millionen Fadenwürmern


Mit der Zucht und dem Versand von Nützlingen befasst sich auch die in Wien ansässige Firma biohelp. Sie bietet als zusätzlichen Service die Schädlingsbestimmung an (siehe Kasten „Die Spezialisten“). Dort ist man auch um Aufklärung bemüht, denn viele Menschen schrecken davor zurück, ein Paket mit 5 Millionen Fadenwürmern oder 25 Schlupfwespen entgegenzunehmen. Zur Beruhigung: Das vermeintliche Paket stellt sich als Briefkuvert heraus, und Sie werden Schwierigkeiten haben, die Nützlinge überhaupt mit freiem Auge zu erkennen, weil ihre Körperlänge etwa einen Millimeter beträgt. Die Freisetzung der Tiere erfolgt laut beiliegender Anleitung, zum Beispiel, indem Sie ein Stück Karton mit den Nützlingen auf die Pflanze hängen oder die Nematoden mit der Gießkanne ausbringen. Das Wasser weckt diese aus ihrem dauerschlafartigen Zustand.

Nützlinge machen sich davon


Eine häufig gestellte Frage ist auch, was mit den Nützlingen geschieht, wenn sie die Schädlinge vertilgt haben? Die einfache Antwort: Sie sterben oder machen sich zwecks Futtersuche auf und davon. Freigelassene Nützlinge in größeren Mengen sesshaft zu machen, ist kaum möglich. Die Abwanderung ist auch der Grund dafür, weshalb die meisten geflügelten Nützlinge nicht für den Einsatz im Freien geeignet sind (siehe Kasten „Einsatzmöglichkeiten von Nützlingen“).

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