KONSUMENT.AT - Installateure: Toilettenspülung rinnt - Repariert und abgezockt: So geht's

Installateure: Toilettenspülung rinnt

Nicht ganz dicht

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KONSUMENT 2/2014 veröffentlicht: 30.01.2014

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Repariert und abgezockt

"Ich bin Klempner von Beruf, ein dreifach Hoch dem, der dies goldne Handwerk schuf!", sang Reinhard Mey 1974. Das dürfte der heimliche Wahlspruch auch jener beiden ­Installateure sein, die bei uns die wenigsten Punkte erhielten und damit am schlech­testen abschnitten. Der Monteur der Juda GmbH erkannte zwar sofort die kaputte Dichtung, empfahl aber dringend, auch die Heberglocke zu tauschen.

Der neu einge­baute Bestandteil, den wir, nur so nebenbei, später im Internet um etwas über 20 Euro fanden, kostete aus Meisters Hand fast 35 Euro. Für die insgesamt benötigten 22 Minuten für Reparatur und Rechnungslegung – allein das Erstellen der Rechnung dauerte 10 Minuten – mussten wir eine volle Stunde berappen. Kostenpunkt: 124,81 Euro (1.717 Schilling sagte man dazu in grauer Vorzeit).

Unnötig: Statt nur die kaputte Dichtung tauschten einige Firmen auch Teile des Spülkasten-Innenlebens:

Bild: VKI 

Neue Heberglocke eingebaut

Ein noch besseres Geschäft machte nur noch der AMD Installateur Aleksandar Despotovic mit uns. Auch er verpasste unserem Spül­kasten eine nagelneue Heberglocke und dazu noch einen stylishen Spülknopf. Um die ­edlen Teile zu besorgen, musste er extra zum Großhändler fahren. Das kostete die Kleinigkeit von 60 Euro Wegzeit. Fast noch einmal so viel wurde für das eingekaufte ­Material fällig.

"Kann man nicht alleine austauschen"

Auf unsere schüchterne ­Frage, ob es nicht genügen würde, die ka­putte Dichtung zu ­erneuern, erhielten wir zur Antwort: "Kann man nicht alleine austauschen." Was man stattdessen konnte: eine Rechnung über sage und schreibe 208,39 Euro ausstellen. Das nennt man Geschäftstüchtigkeit! Oder sollten wir besser Abzocke dazu sagen?

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Kommentare

  • Ich verstehe das Gejammere der Installateure nicht - die Wirklichkeit ist arg und oft ärger ...
    von good vibrations am 26.03.2014 um 08:29
    z.B. bei Gasthermen: eine Gastherme einer Bekannten machte unübliche Geräusche und dann heizte sie nicht mehr. Zwei Fachleute nahmen den Deckel ab, klopften mit dem Schraubenzieher etwas herum und sagten dann: die ist eigentlich schon alt, rund zehn Jahre, da sollte man eine neue geben. Der dritte fragte nach den Symtomen, ließ Luft durch ein Ventil ab (die Heizkörper hab ich vorher selbst entlüftet) ... und die Therme läuft seit zwei Saisonen problemlos!
  • Äpfel mit Birnen
    von REDAKTION am 26.02.2014 um 14:31
    Wir verstehen Ihre Kritik und Ihr Anliegen. Allerdings müssen wir nochmals betonen: Die Aufgabenstellung bei unserem Test war für jeden Installateur gleich: Ein Spülkasten mit einem Geberit Innenleben rinnt. Die Ursache ist eine schadhafte Dichtung. Die Fehlerursache wurde von allen Handwerkern erkannt. Mehr als zwei Drittel behoben den Fehler, indem sie die Dichtung austauschten, womit das Problem erledigt war. Dass nicht jeder Handwerker für die Reparatur eines rinnenden Spülkastens gleich viel verlangt, versteht jeder Kunde. Bei einer Differenz von 170 Euro, wie in unserem Fall zwischen Testsieger und Testverlierer, wird es allerdings schwierig, im Sinne des Konsumenten ein „gutes“ Testurteil zu vergeben. Ihr KONSUMENT-Team
  • Ein Test der Äpfel mit Birnen vergleicht!
    von Heinzl am 24.02.2014 um 19:59
    Ich bin mir nicht sicher, ob meine konstruktive Kritik richtig verstanden wurde.... Auf Seite 43 des Konsument Magazins 2/2014 ist in der Abbildung rechts oben, eine Heberglocke (Nr.3) für eine Betätigungsvorrichtung-Mittig abgebildet- diese hat eine gänzlich andere Mechanik und ist branchenintern als fehleranfällig bekannt! Ich verstehe nicht, warum Sie nicht nach dem Gleichheitsgrundsatz vorgegangen sind- jedem Installateur den gleichen Spülkasten mit dem gleichen Innenleben- es tut mir leid, aber das ist UNSERIÖS- ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Test auf unfairer Basis veröffentlicht wir und damit ein Unternehmen öffentlich an den Pranger gestellt wird! Ich bin als langjähriger Abonnent und Leser enttäuscht, weil ich dachte so etwas wird durch internes Qualitätsmanagement ausgeschlossen- schließlich ist das Handwerksgewerbe einer der größten Arbeitgeber und Lehrlingsausbildner! In wirtschaftlich schlechten Zeiten richten Sie damit ein Unternehmen zugrunde, wenn Kunden den Namen des Installateurs in Ihrem Magazin lesen! MfG Ing. H. Mutzek
  • Nicht überzeugt
    von REDAKTION am 24.02.2014 um 16:10
    Die Aufgabenstellung in unserem Test war für jeden Installateur dieselbe: Der Tausch einer schadhaften Dichtung. Von den drei Handwerkern, die den Grohe Spülkasten mit Geberit-Innenleben reparieren mussten, schafften zwei die Aufgabe problemlos. Die ESV Gas Wasser Heizung GmbH erneuerte die kaputte Dichtung nicht nur flott, sondern auch um preisgünstige 48,60 Euro. Dieser Betrieb gehört damit zu den Besten im Test. Auch der Installateur in Hetzendorf bewältigte die Aufgabenstellung mühelos, wenn auch zu einem bereits höheren Preis von 75,20 Euro. Unser Testverlierer behauptete auf Rückfrage, ein Tausch der Dichtung wäre unmöglich, was durch zwei andere Installateure eindrucksvoll widerlegt wurde. Statt dessen baute er ein komplett neues Innenleben ein, was nicht nur entsprechende Materialkosten, sondern auch mehr Zeit in Anspruch nahm. Für diese unnötige Reparatur wurden dem Kunden dann auch noch über 200 Euro in Rechnung gestellt. Ihr KONSUMENT-Team
  • Dieser Test hat nicht überzeugt!
    von Heinzl am 22.02.2014 um 16:52
    Als treuer Konsument-Leser aber auch Handwerker vom Fach, hat mich die fachlich unseriöse Testmethode sehr irritiert! Als normaler Kunde, könnte ich nur den Angaben im Artikel vertrauen, doch als erfahrener Installateur ergibt sich ein anderes Bild: Hier wurden unterschiedliche Produkte zum Testzweck verwendet- denn einen GROHE-Spülkasten mit komplett anderem Innenleben nur einem Installateur vorzusetzen ist einfach unfair. Die Note "Nicht Genügend" möchte ich da nicht mehr kommentieren- denn der Grundsatz muss lauten "gleiche Aufgabe für jeden Handwerker", das ist hier nicht passiert! Ich möchte daher in diesem Fall auch ein Testurteil als Fachmann abgeben- "Nicht Genügend" und Aufklärung in der nächsten Ausgabe: Denn nun kommt die Pointe " die gewählte Hebergarnitur im GROHE -Spülkasten ist in Fachkreisen als anfällig bekannt- wenn der keramische Deckel nur geringe Verarbeitungsmängel hat und solche sind hinreichend bekannt- dann bist du als Monteur Vorort ein armer Hund! Vorher hat es gerade noch funktioniert, dann bewegst du den Deckel und die Drückergarnitur und schon hast du das Problem ausgelöst, obwohl du nichts falsch gemacht hast! Da ich den gleichen Spülkasten zu Hause habe, kenne ich die Problematik im Detail und habe auch schon in Garantie einen komplett neuen Spülkasten bekommen :-) Aber jetzt ehrlich, aus der Sicht des Monteurs und der befassten Firma ist die Thematik schwierig zu argumentieren- bevor ich beim Kunden wie ein Depp da stehe- tausche ich das Ding halt aus! Abschließend kann ich nur wiederholen- der Test war nicht korrekt- man kann nicht bei ein und dem selben Test Äpfel mit Birnen vermischen, das geht gar nicht! MfG Ing. H. Mutzek