KONSUMENT.AT - Wasserenthärtung - Reinigen und überprüfen

Wasserenthärtung

Kampf dem Kalk

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KONSUMENT 11/2011 veröffentlicht: 27.10.2011

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Unterbinden von Ablagerungen ist Illusion

Wer in einer Gegend mit einer Wasserhärte von mehr als 21 °dH (Grad deutscher Härte) wohnt, kann das Wasser mit einem Ionen­austauscher (Wasserenthärter) enthärten. Mit diesen Geräten lassen sich die Härtebildner Calcium und ­Magnesium entfernen. Die Anschaffungs­kosten liegen bei rund 2.500 Euro. Dass dann keine Flecken mehr im Badezimmerbereich auftauchen, ist jedoch eine Illusion. Mit diesen Geräten enthärtetes Wasser verursacht ebenfalls Ablagerungen. Statt Kalk werden dann Natrium-Verbindungen sichtbar. Un­bestrittener Vorteil: Sie lassen sich meist leichter entfernen.

Funktion von Ionenaustauschern

Die Geräte bestehen aus einem Enthärter-Behälter mit Kunstharz, einem Vorratsbehälter für Kochsalz (Natriumchlorid – NaCl) und einer Steuereinheit. Das Wasser fließt in ­einen Behälter mit Kunstharzkügelchen. An deren Oberfläche lagern zunächst Natrium­ionen. Diese werden durch Calcium und ­Magnesium ersetzt. Im Gegenzug wird Natrium ans enthärtete Wasser abgegeben. Nach einiger Zeit sind die Harzkügelchen komplett mit Calcium- und Magnesiumionen besetzt. Damit die Anlage nicht an Wirkung verliert, ist dann eine Regeneration (Spülung) mit Kochsalzlösung (Natriumchlorid) nötig. Bei diesem Vorgang gelangen die Calcium- und Magnesiumionen ins Abwasser, Natrium­ionen nehmen wieder den Platz auf den ­Harzkügelchen ein. Die Regeneration geht meistens automatisch vonstatten. Sie ist entweder zeit- oder durchflussgesteuert.

Regelmäßig reinigen und überprüfen

Wer sich zum Kauf einer Wasserenthärtungsanlage entschließt, muss im laufenden Betrieb etliche Maßnahmen ergreifen. Nicht nur, damit das Gerät einwandfrei funkti­oniert, sondern auch, um der Gefahr einer Verkeimung entgegenzuwirken. VKI-Experten empfehlen, die Ionenaustauscheranlagen nur für den Warmwasserbereich einzusetzen. Für den Küchenbereich ist in jedem Fall ein eigener Wasserstrang ratsam – mit oder ohne Ionenaustauscher; in der Küche sollte kein enthärtetes Wasser fließen. Vorsicht: Durch Ionenaustauscher enthärtetes Wasser weist häufig einen erhöhten Natriumgehalt auf. Die Kombination aus der täglich über die Nahrung konsumierten Natriummenge und der Aufnahme von Natrium aus enthärtetem Wasser kann Menschen mit Bluthochdruck Probleme bereiten. Wir empfehlen, bei ­Bluthochdruck kein enthärtetes Wasser zu trinken.

Im Zuge einer möglichen Anlagenverkeimung kann es zur Umwandlung von Nitrat zu Nitrit kommen. Nitrithaltiges Wasser ist für Babys schädlich. Deshalb und wegen des eventuell hohen Natriumgehalts raten wir, enthärtetes Wasser keinesfalls für die Zubereitung von Säuglingsnahrung zu verwenden, auch nicht abgekocht. Wie wir bereits in einer Erhebung von Ionenaustauschern im Praxisbetrieb festgestellt haben, kommt es zur Vermehrung von Bakterien durch falsche Wartung der Geräte.

Egal wie teuer die Anlage ist, Folgendes sollte für den Betreiber von vornherein klar sein: Um eine unkontrollierte Vermehrung von Bakterien zu vermeiden, muss er entweder selbst regelmäßig wesentliche Reinigungsschritte am Gerät vornehmen oder einen Installateur damit beauftragen. Dabei geht es nicht nur um die laufende ­Wartung, sondern vor allem um ein gründ­liches Reinigen.

Aufpassen beim Nachfüllen von Salz

Vor jedem Nachfüllen des Salzes sollte der Salzvorratsbehälter gesäubert werden. Schmutzränder und Salzablagerungen lassen sich mit Küchenrolle entfernen. Hat sich ein schleimiger oder sogar färbiger, unangenehm riechender Belag an der Innenwand gebildet, ist es am besten, mit der weichen Seite eines feuchten, neuen Schwammes zu putzen. Beim Salznachfüllen darf kein Staub in den Behälter geraten. Ebenfalls wichtig: Bei der Harzerneuerung (alle acht bis zehn Jahre fällig) ist auch der Harzbehälter sorgfältig zu säubern.

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Kommentare

  • Antwort: Anlagen zur Dosierung
    von REDAKTION am 09.11.2011 um 14:30

    Korrosion: Laut unserem Expertengespräch mit den Herstellern von Wasserenthärtungsgeräten sind Dosieranlagen obsolet. Die Hersteller sehen kein Korrosionsproblem. Wir empfehlen trotzdem, den pH-Wert des aufbereiteten Wassers zu messen. Dieser sollte nicht kleiner als 7,4 sein. Liegt dieser Wert darunter, so kann es zu Korrosionsproblemen kommen. 

    Kalk: Die Gesamthärte umfasst Kalzium- und Magnesiumverbindungen, die einen Niederschlag bilden und auch jene Verbindungen, die keinen Kesselstein (sehr harte Ablagerungen) erzeugen. Wie viel tatsächlich ausfällt, ist von diesem Verhältnis abhängig.

  • Anlagen zur Dosierung
    von Rinnerberger01 am 07.11.2011 um 23:07
    Dosieranlagen mit entsprechenden Korrosionsschutzmitteln sind durchaus sinnvoll um die Rohrleitungen vor Kohlensäure zu schützen, welche bei jedem Enthärtungsvorgang freigesetzt wird. Ansonsten kommt es zu Lochfraß, speziell bei Kupferrohren. Ach kann es bei Wässern unter 21°dH zu massiven Kalkausfällungen kommen, wichtig ist dabei eine genaue Analyse des Wassers.