KONSUMENT.AT - Wasserenthärtung - Fallstricke beim Betreiben eines Ionenaustauschers

Wasserenthärtung

Kampf dem Kalk

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KONSUMENT 11/2011 veröffentlicht: 27.10.2011

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Fallstricke beim Betreiben einer ­Enthärtungsanlage

Um hygienische Schwierigkeiten beim Verwenden eines Ionenaustauschers zu vermeiden, ist es wichtig, über mögliche Probleme Bescheid zu wissen.

Falle Nummer eins: Aufstellung. Das Um und Auf ist die Auswahl eines geeigneten ­Aufstellungsortes. Infrage kommt ein Keller. Der Raum muss über einen Abfluss verfügen. Wir empfehlen eine möglichst konstante Raumtemperatur von nicht mehr als 20 Grad Celsius. Wichtig ist, dass der Standort sauber und frei von Staub sowie Schimmelbildung ist.

Falle Nummer zwei: unregelmäßiger ­Wasserverbrauch. Steht das Wasser unverbraucht und ohne Regeneration länger in der Anlage, so kann es zur Verkeimung kommen. Diese Gefahr besteht vor allem bei Wochenendhäusern. Sofern hier eine Enthärtungs­anlage zum Einsatz kommt, sollte es ­wenigstens eine sein, die nach einigen Tagen ohne Wasserentnahme eine Zwangsregeneration startet.

Falle Nummer drei: Die Annahme, eine häufigere Regeneration vermeide das Ver­keimen, ist falsch. Mehr Regeneration erfordert ein häufigeres Nachfüllen von Salz. ­Dieser Vorgang erhöht die Gefahr einer Verkeimung der Anlage.

Falle Nummer vier: Resthärte. In einem Branchengespräch von uns befragt, waren sich die Vertreter der Vertreiberfirmen durchaus einig, auf 4 bis 5 °dH zu enthärten. Das Österreichische Lebensmittelbuch, Codex­kapitel B1 Trinkwasser, legt jedoch ­eine Resthärte von 8,4 °dH und 200 Milligramm Natrium pro Liter fest. Der von Anbieterseite angesprochene Wert ist für uns nicht tragbar.

Außerdem haben KON­SUMENT-Waschmitteluntersuchungen er­geben, dass zu stark enthärtetes Wasser eine unzureichende Schwemmleistung beim ­Wäschewaschen ergibt. Das Entfernen von Tensiden und Waschmittelrückständen geschieht nur ungenügend. Probleme kann zu weiches Wasser auch bei der Körperpflege machen. Seife und Duschmittel lösen sich nur unzureichend von der Haut. Hautirritationen können die Folge sein.

Im Gespräch mit KONSUMENT waren sich die Anlagenanbieter einig: „Es kommt auf Wartung, entsprechende Selbstbetreuung und auf die richtige Lagerung der Betriebsmittel an.“ (nachzulesen: Inhaltsverzeichnis  "Expertengespräch mit den Anbietern von Ionenaustauscheranlagen")

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Kommentare

  • Antwort: Anlagen zur Dosierung
    von REDAKTION am 09.11.2011 um 14:30

    Korrosion: Laut unserem Expertengespräch mit den Herstellern von Wasserenthärtungsgeräten sind Dosieranlagen obsolet. Die Hersteller sehen kein Korrosionsproblem. Wir empfehlen trotzdem, den pH-Wert des aufbereiteten Wassers zu messen. Dieser sollte nicht kleiner als 7,4 sein. Liegt dieser Wert darunter, so kann es zu Korrosionsproblemen kommen. 

    Kalk: Die Gesamthärte umfasst Kalzium- und Magnesiumverbindungen, die einen Niederschlag bilden und auch jene Verbindungen, die keinen Kesselstein (sehr harte Ablagerungen) erzeugen. Wie viel tatsächlich ausfällt, ist von diesem Verhältnis abhängig.

  • Anlagen zur Dosierung
    von Rinnerberger01 am 07.11.2011 um 23:07
    Dosieranlagen mit entsprechenden Korrosionsschutzmitteln sind durchaus sinnvoll um die Rohrleitungen vor Kohlensäure zu schützen, welche bei jedem Enthärtungsvorgang freigesetzt wird. Ansonsten kommt es zu Lochfraß, speziell bei Kupferrohren. Ach kann es bei Wässern unter 21°dH zu massiven Kalkausfällungen kommen, wichtig ist dabei eine genaue Analyse des Wassers.