KONSUMENT.AT - Wasserenthärtung - Expertengespräch mit Anbietern von Ionenaustauscheranlagen

Wasserenthärtung

Kampf dem Kalk

Seite 5 von 6

Nächsten Inhalt anzeigen
KONSUMENT 11/2011 veröffentlicht: 27.10.2011

Inhalt

KONSUMENT hat ein Expertengespräch mit Anbietern von Ionenaustauscheranlagen geführt. „Es kommt auf Wartung, entsprechende Selbstbetreuung und auf die richtige Lagerung der Betriebsmittel an“, sind sich die Anlagenvertreiber einig.

1.     Was ist bei einer Enthärtungsanlage zu beachten?

Wir informieren die Kunden, dass es auch mit der Wasserenthärtung durch Ionenaustauscher Ablagerungen auf Oberflächen gibt. Das Beratungsgespräch kostet nichts. Meistens führt es ein ortsansässiger Installateur. Für zusätzliche Fragen stehen Außendienstmitarbeiter der Vertreiberfirmen zur Verfügung.

2.     Was erwarten die Kunden vom Einsatz eines Ionenaustauschers?

Sie wünschen den Komfort, sich beispielsweise nach dem Duschen nicht um das Abwischen von Kalkrückständen kümmern zu müssen. Rückstände, die trotzdem bleiben, lassen sich leichter entfernen. Das bietet mehr Lebensqualität. Und es geht auch um den Geräteschutz.

3.     Empfehlen Sie die Enthärtung von Warm- und/oder Kaltwasser? 

Früher haben wir uns auf die Warmwasserenthärtung beschränkt. Heute enthärten wir Kalt- und Warmwasser.

4.     Welche Resthärte streben Sie an?

Für uns sind 4 bis 5 °dH Resthärte ein gangbarer Weg. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der zulässige Natriumgehalt von 200 mg pro Liter nicht überschritten wird.

5.     Führen Sie nach dem Enthärtungsvorgang Wasseranalysen durch, um festzustellen, ob das enthärtete Wasser aggressiv ist, also die Metalle angreift?

Nein, solche Untersuchungen führen wir nicht durch.

6.     Haben Sie Empfehlungen zur Keimreduzierung in den Anlagen?

Die guten Geräte, also jene, die über ein Prüfzeichen der ÖVGW (Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach) oder vom DVGW (Deutscher Verein für das Gas- und Wasserfach) zertifiziert sind, verfügen meist über eine integrierte Desinfektionsanlage. Außerdem ist die Geräteaufstellung in einem kühlen Raum wichtig. Sinnvoll ist es, die Anlagen einmal jährlich vom Fachbetrieb servicieren zu lassen und die Betriebsanleitung genau einzuhalten.

7.     Empfehlen Sie Anlagen zur Dosierung von Phosphat- und/oder Silikatverbindungen zur Nachschaltung für Ionenaustauscher zwecks Korrosionsschutz der Leitungen?

Nein, diese Anlagen empfehlen wir nicht.

Bewertung

Wertung: 3 von 5 Sternen
46 Stimmen
Weiterlesen

Kommentare

  • Antwort: Anlagen zur Dosierung
    von REDAKTION am 09.11.2011 um 14:30

    Korrosion: Laut unserem Expertengespräch mit den Herstellern von Wasserenthärtungsgeräten sind Dosieranlagen obsolet. Die Hersteller sehen kein Korrosionsproblem. Wir empfehlen trotzdem, den pH-Wert des aufbereiteten Wassers zu messen. Dieser sollte nicht kleiner als 7,4 sein. Liegt dieser Wert darunter, so kann es zu Korrosionsproblemen kommen. 

    Kalk: Die Gesamthärte umfasst Kalzium- und Magnesiumverbindungen, die einen Niederschlag bilden und auch jene Verbindungen, die keinen Kesselstein (sehr harte Ablagerungen) erzeugen. Wie viel tatsächlich ausfällt, ist von diesem Verhältnis abhängig.

  • Anlagen zur Dosierung
    von Rinnerberger01 am 07.11.2011 um 23:07
    Dosieranlagen mit entsprechenden Korrosionsschutzmitteln sind durchaus sinnvoll um die Rohrleitungen vor Kohlensäure zu schützen, welche bei jedem Enthärtungsvorgang freigesetzt wird. Ansonsten kommt es zu Lochfraß, speziell bei Kupferrohren. Ach kann es bei Wässern unter 21°dH zu massiven Kalkausfällungen kommen, wichtig ist dabei eine genaue Analyse des Wassers.