KONSUMENT.AT - Lederschuhe: 20 Cent pro Paar - Leserreaktionen

Lederschuhe: 20 Cent pro Paar

Ausbeutung, Umweltverschmutzung

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KONSUMENT 2/2016 veröffentlicht: 28.01.2016, aktualisiert: 30.05.2016

Inhalt

Leserreaktionen

"Wir bemühen uns redlich"

Ich kann ganz gut verstehen, dass es eine Enttäuschung ist, wenn man „plötzlich“ davon erfährt, dass Waldviertler auch in Ungarn und Tschechien erzeugen lassen. Tatsache ist, dass wir seit 1994 mit ungarischen Firmen kooperieren. Wir haben daraus nie einen Hehl gemacht.

Ganz im Gegenteil: Wir berichten immer wieder (manchmal sogar ganzseitig) über diese Auslandskooperationen in unserem GEA Album. Soweit ich weiß, gibt es in Österreich keine einzige Schuhfabrik, die alles in Österreich produziert. Ich kann das gut verstehen. Denn es ist fast unmöglich, alles hier zu machen. Nicht nur aus preislichen Gründen. Es fehlen uns schlicht und einfach die Fachkräfte. Es stimmt, es gäbe noch viel mehr zu tun. Aber alles geht nicht, und es gelingt auch nicht immer alles.

Aber eines kann ich garantieren – nämlich, dass wir uns immer redlich bemühen. 1. um Qualität unserer Produkte, 2. um den fairen Umgang mit unseren Kunden, 3. um Fairness mit unseren MitarbeiterInnen und auch mit unseren Kooperationspartnern im Ausland.

Heini Staudinger
Geschäftsführer GEA, Waldviertler Werkstätten
(aus KONSUMENT 6/2016)

Misstrauisch

Bisher habe ich meine Schuhe bei GEA gekauft. Nachdem ich nun lesen musste, das die Waldviertler auch viel aus dem Ausland beziehen und sogar dort fertigen lassen, bin ich sehr enttäuscht.

Auf Grund der öffentlichen Diskussionen des Herrn Staudinger zum Thema Geld wurde ich in den letzten Jahren zu dem Konzept immer misstrauischer. Leider haben sich durch Ihren Artikel die letzten Befürchtungen bestätigt. Meines Erachtens sollte Herr Staudinger darauf achten, durch seine Taten und Produkte zu überzeugen und nicht durch Worte (sonst wäre er in der Politik besser aufgehoben).

Natürlich sind diese Unternehmen wie GEA oder Think! noch die Einäugigen unter den Blinden. Aber trotzdem nicht das, wie ich mir fair produzierte Schuhe vorstelle. Da werde ich mich dann wieder auf die Suche machen müssen.

Günter Renner
Pasching
(aus KONSUMENT 5/2016)

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
14 Stimmen

Kommentare

  • vulkanisierte Sohlen
    von 0809brigitte am 26.09.2016 um 08:21
    Bei vielen meiner liebsten Schuhe von namhaften Marken wie Gabor, Högl, Rieker und Co. sind die Sohlen inzwischen "aufvulkanisiert", was den Schustern leider einen Tausch oder Reparatur wenn überhaupt nur noch sehr schwer ermöglicht. Das finde ich außerordentlich schade!
  • Reparierbare Schuhe
    von REDAKTION am 02.02.2016 um 16:29
    Die Reparierbarkeit ist natürlich ein wesentlicher Aspekt, auf den wir bewusst aufmerksam gemacht haben, auch wenn es gar nicht das eigentliche Thema des Artikels war. Think-Schuhe sind sehr wohl reparierbar, wie uns versichert wird. Die Sohle kann im Ganzen getauscht werden. Ersatzsohlen können von Think bezogen werden, den Tausch kann jeder Schuster durchführen, er kann aber auch bei einem Händler in Auftrag gegeben werden. Ihr Konsument-Team
  • Reparierbar
    von kessler.georg am 30.01.2016 um 19:17
    Ich finde die Überlegung der Reparierbarkeit auch sehr wichtig! Das war mir gar nicht so bewusst. Da muss ich sagen finde ich die Waldviertler gut, weil die sogar ein Service für die Schuhe anbieten.
  • Reparierbare Schuhe?
    von multitude am 30.01.2016 um 15:13
    Sie schreiben "Lieber einmal ein Paar hochwertige ­Schuhe ­kaufen, die auch reparierbar sind, als mehrere Billigprodukte." Im ganzen Artikel kommt aber der Aspekt der Reparierbarkeit gar nicht vor. M. E. ist das ein sehr wesentliches Kriterium aus KonsumentInnensicht. Leider sind z. B. die Schuhe, die ich von think gekauft habe, insoferne nicht reparierbar, dass sie Sohle und Absatz in einem haben - aufgeklebt auf das Oberteil. D. h. nicht, dass geklebte Sohlen bzw. Absätze nicht reparierbar wären, aber nicht wenn sie in einem Stück sind. Auch die meisten Schuhe von "camper" sind so angefertigt, ebenso von etlichen anderen angeblich "nachhaltig" Produzierenden. Das spielt insoferen eine Rolle, als ja Absätze sich zuallererst abnützen. Bei den erwähnten Schuhen ist das dann ein Fall für die Entsorgung, auch wenn das Oberteil noch intakt wäre. Nachhaltig ist das nicht. M. E. sollten gerade KonsumentenschützerInnen darauf achten, das Nachhaltigkeit im Sinne von Reparierbarkeit gegeben ist und auch bei den ProduzentInnen darauf entsprechend hinweisen.