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Post: Hausbriefkästen

Freibrief für Langfinger

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KONSUMENT 9/2012 veröffentlicht: 30.08.2012, aktualisiert: 25.10.2012

Inhalt

Leserreaktionen

Gesetzeskonform

Die Vorgangsweise der Österreichische Post AG und der PS Postservicegesellschaft m.b.H. (PSG), eines Konzernunternehmens der Post, entspricht den Vorgaben des Postmarktgesetzes (PMG) und der ÖNORM EN 13724. Die Post hat die PSG mit der Organisation und dem Austausch der nicht dem PMG entsprechenden Hausbrieffachanlagen (HBFA) und Landabgabekästen (LAK) beauftragt.

Laut Erläuterungen zum PMG ist die Ausgestaltung von Hausbriefkästen und HBFA nicht im Detail festgelegt, soll sich aber „zweckmäßigerweise an den Vorgaben der ÖNORM EN 13724 orientieren“. Die von der Post bestellten und von der PSG montierten HBFA gehen sogar über den in der ÖNORM EN 13724 vorgesehenen Eingriffsschutz hinaus. Auf der Homepage der PSG (unter www.hbfa-tausch.at/empfaenger-von-briefsendungen.php) ist der Prüfbericht der MA 39 vom 15.06.2011 abrufbar. Aus diesem Bericht geht hervor, dass die geprüfte HBFA der ÖNORM EN 13724 und dem PMG entspricht.

Dazu dürfen wir besonders hervorheben, dass der Anstellwinkel bei der geprüften HBFA 1 bis 6 Grad betragen hat, der ÖNORM entspricht und die von der Post bestellten HBFA sogar einen Anstellwinkel von 20 Grad aufweisen. Daher bieten die von der PSG montierten HBFA einen besseren und geeigneteren Eingriffsschutz als die von der MA 39 geprüften HBFA. Die gesetzlichen Vorgaben des § 34 Abs 2 PMG werden daher selbstverständlich eingehalten. Dass die Post keine „HBFA-Tresore“ anschaffen kann, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und die ohnedies immens hohen Kosten noch erheblich steigern würden, ergibt sich aus aktienrechtlichen Verpflichtungen und aus der Verantwortung gegenüber den Stakeholdern.

Zum Nachrüsten mit der Kralle dürfen wir darauf hinweisen, dass die Post oder PSG keine Empfehlung für dieses Nachrüsten gegeben hat. Wenn diese Kralle angebracht werden soll, ist aus unserer Sicht auf eine ordnungsgemäße und professionelle Montage besonderer Wert zu legen.

Österreichische Post AG
Wien
(aus KONSUMENT 11/2012)

Nachteil der „Kralle“

Wir hatten so eine „Kralle“, unsere Postsendungen waren seitdem immer verbogen und zerknittert. Ich habe daraufhin einmal unsere Zustellerin der Post angesprochen, warum sie denn seit neuestem immer „stopft“. Dann hat sie mir gezeigt, dass bei einzelnen, dünneren Sendungen (z.B. Brief mit Erlagschein als Inhalt) der Widerstand der Kunststoffzähne zu den von mir beanstandeten Zerknitterungen führt.

Martin Malleschitz
Wien
(aus KONSUMENT 11/2012)

Skandalös

Gegenüber dem VKI wurde bestätigt, dass die Postfächer den Normen hinsichtlich des Eingriffschutzes entsprechen. Mir gegenüber gab die Post zu, dass die Fächer lediglich „einen Zugang ohne Hilfsmittel und ohne Gewaltanwendung erschweren“ – sprich: die Poststücke liegen nicht frei zugänglich auf und sind vor Nässe geschützt. Diesen Zustand finde ich unter Bezug auf das Briefgeheimnis etwas dürftig. Und dass dies von der ÖNORM bewilligt wurde, finde ich skandalös.

User "besserwisser"
(aus KONSUMENT 11/2012)

Bezugsquelle

Bitte, wo ist diese „Kralle“ erhältlich ?

User "schinscha"
(aus KONSUMENT 10/2012)

Vertrieben werden „Krallen“ beispielsweise von der Firma EVVA www.evva.at. Erhältlich sind sie im Eisenwarenfachhandel und bei Schlossern.

Die Redkation

Kein Schutz

Die sogenannte Kralle löst sich leider durch das einfache Einschieben der Briefsendungen nach kürzester Zeit wieder ab. Deswegen ist diese mit Klebeband montierbare Postentnahmesicherung kein brauchbarer Schutz!

User "reisesepp"
(aus KONSUMENT 10/2012)

Bis zu Redaktionsschluss konnten wir von Post AG und Postschlichtungsstelle keine Stellungnahme zu Beschwerden über die „Kralle“ erhalten. Wenn sie nicht kleben bleibt, muss man sie wohl zusätzlich mit teurem Spezialkleber befestigen.

Die Redaktion

Bewertung

Wertung: 4 von 5 Sternen
21 Stimmen

Kommentare

  • Die ÖNORM EN 13724 ist nicht verbindlich !!!
    von MichaelKohlhaas am 04.02.2013 um 07:38
    Grundsätzlich stellen Normen Regelwerke dar, die angewendet werden können, aber nicht angewendet werden müssen! Wenn z.B. ein Bauteil einer Norm entsprechen soll, muß dies auch ausdrücklich so festgelegt sein! Nachdem im Postmarkgesetz(PMG) nicht festgelegt ist, daß die neuen HBFA der ÖNORM EN 13724 entsprechen müssen, ist auch jede Bezugnahme darauf bzw. jede Recht-Fertigung damit unverbindlich! Dies gilt natürlich ebenso für den von der MA39 im Auftrag der Fa.Renz erstellten Prüfbericht, der übrigens ohnehin weder eine PMG-gerechte Ausführung bestätigt, noch eine normgerechte „Zertifizierung ÖNORM-geprüft“ darstellt! Womit der Schlichtungsstelle RTR die Hände nicht gebunden sind und schon längst ihres Amtes walten könnte wenn sie wollte!
  • Briefgeheimnis
    von REDAKTION am 21.11.2012 um 11:12
    Eine strafrechtliche Anzeige kann jede/r kostenlos erstatten. Die Erfolgsaussichten schätzen wir angesichts der derzeitigen Aktivitätsrate der österreichischen Staatsanwaltschaften nicht allzu hoch ein. Ihr KONSUMENT-TEAM
  • Briefgeheimnis
    von wolf3176 am 20.11.2012 um 16:10
    Ich bin leider kein Jurist - für mich besteht aber der Verdacht, dass die neuen Hausbriefanlagen - durch die nicht nur theoretische Möglichkeit zur unbefugten Entnahme von Briefsendungen - der Verletzung des Briefgeheimnisses (§ 118 StGB) Vorschub leisten. Welche Aussichten hätte auf Grund dieser Überlegungen Ihrer Meinung nach eine Klage gegen unbekannte Täter?
  • sicherheit gegen entnahme aus den neuen hausbriefkästen
    von der besserwisser am 29.09.2012 um 21:51
    gegenüber VKI wurde bestätigt, dass die postfächer den normen hinsichtlich des eingriffschutzes entsprechen - mir gegenüber gab die post zu, dass die fächer lediglich „einen Zugang ohne Hilfsmittel und ohne Gewaltanwendung ERSCHWEREN“ - sprich: die poststücke liegen nicht frei zugänglich auf und sie sind (großteils) vor nässe geschützt. diesen zustand finde ich unter bezug auf das briefgeheimnis etwas dürftig. und dass dies von der ÖNORM bewilligt wurde, finde ich skandalös.
  • Bezugsquelle Postentnahmesicherung
    von beethoven am 09.09.2012 um 11:47
    S.g. Konsument-Team! Sie schreiben, dass die "Kralle" zum Nachrüsten im Eisenwarenfachhandel und bei Schlossern erhältlich ist. Meine Erfahrungen sehen anders aus. Ein Verkäufer bei einem EVVA-Partner meinte, er kann es zwar bestellen, aber es passt nur für EVVA-Briefkastenanlagen. In unserem Haus sind die neu montierten Briefkästen aber von Renz. Einige andere Geschäfte wussten nicht, wo man das bekommen könnte bzw. meinten "sowas gibt es nicht". Eine Verkäuferin in einem Baumarkt gab mir dann einen "todsicheren" Tipp. Die Firma S. hat das, sicher. Und der Verkäufer der Firma S. erzählte mir dann folgende wilde Geschichte: Sie haben es (gegen Bestellung) gehabt, aber die sind verboten worden. Es hat sich einmal einer beim Hineingreifen in ein (fremdes!) Postfach verletzt, geklagt, und ist bei Gericht damit durchgekommen. Daraufhin hat die Post diese Dinger verboten." Und darum dürfen sie diese Dinger nicht mehr verkaufen. Also unabhängig von der Diskussion über die Wirksamkeit: Sind diese "Krallen" jetzt erhältlich oder nicht? Wenn ja bitte um eine _konkrete_ Bezugstellenangabe (mit Name und Adresse). Oder sind sie tatsächlich verboten??? Das wäre dann ein extrem schlecht recherchierter Artikel, wenn Sie etwas empfehlen, was verboten ist!